Linguistik online 8, 1/01

Hochdeutsch-nordischer Phraseologietransfer
in areallinguistischer Sicht.

Gleichgültigkeitsausdrücke zwischen
Sprachkontakt- und Sprachstrukturgeschichte

Torsten Leuschner (Gent / Berlin)



1 Einleitung

Seit einigen Jahren ist in der Sprachwissenschaft wieder ein zunehmendes Interesse an areallinguistischen Fragestellungen zu beobachten. So ging z.B. das EUROTYP-Projekt der European Science Foundation der Existenz eines gesamteuropäischen Sprachbundes mit Kern in Mittel- und Westeuropa einschließlich Norditaliens nach (Zusammenfassung der Ergebnisse bei König / Haspelmath 1999, kritische Diskussion bei Van Pottelberge in diesem Heft), und vor demselben Hintergrund hat Kortmann (1997) gezeigt, in welch hohem Maße das Inventar an adverbialen Subordinatoren in den europäischen Sprachen vom Vorbild der klassischen Literatursprachen, d.h. des Lateins und z.T. des Griechischen geprägt ist. Die strukturellen Konvergenzen (d.h. die 'Sprachbund'-Phänomene im engeren Sinne) bestätigen somit, was dank Lexik und Phraseologie längst bekannt ist, nämlich dass die europäischen Sprachen zugleich auch eine "kulturelle Sprachgruppe" bilden, wie es sie (wenn auch bei geringerer Strukturkonvergenz) auch anderswo auf der Welt gibt (König / Haspelmath 1999: 115).

Die areallinguistische Methode und den Gedanken der "kulturellen Sprachgruppe" möchte ich im Folgenden aufnehmen und anhand eines bisher kaum beachteten Ausschnitts der europäischen Sprachkontaktgeschichte konkretisieren, nämlich der hochdeutschen Interferenzen in den kontinentalskandinavischen Sprachen während der frühneuhochdeutschen Zeit. Als Untersuchungsgegenstand wähle ich jenen ebenfalls wenig bekannten Ausschnitt des phraseologischen Spektrums, den ich im folgenden 'Gleichgültigkeitsausdrücke' nennen werde. Gemeint sind damit u.a. Prädikatkonstruktionen eines Typs, der im Schwedischen bzw. Dänischen u.a. mit Ausdrücken wie den unten in (1) genannten wiedergegeben werden kann. Viele dieser Ausdrücke zeigen eine große Ähnlichkeit mit deutschen Ausdrücken wie das ist (mir) gleichgültig (die in den jeweiligen historischen Wörterbüchern dann auch als Prototypen angegeben werden), das kommt auf eins heraus, das macht keinen Unterschied usw.:

(1) Schwedisch: det är (mig) likgiltigt / egalt, det gör (mig) detsamma, det kvittar (mig) (lika), det spelar ingen roll, det kommer på ett ut usw.
Dänisch: det er (mig) ligemeget, det er (mig) lige fedt, det kommer ud på et, det gør ingen forskel, det er (mig) uden forskel usw.

Im Lichte einschlägiger Definitionen des Phraseologismusbegriffs sind Ausdrücke wie diese peripher, fehlt ihnen doch z.B. die Eigenschaft der Idiomatizität, die Autoren wie Fleischer (1997), Burger (1998) und Andersen ("Efterskrift" in Andersen 1998: 313-419) typischen Phraseologismen zuschreiben. Eher als um Phraseologismen im engeren Sinne dürfte es sich deshalb um eher lockere, aber doch häufig wiederkehrende und z.T. auch schablonen- oder modellhaft 'vorfabrizierte' Wendungen jenes Typs handeln, der in der schwedischen Tradition konstruktion heißt (Allén 1973, 1975: xv-xxv; vgl. Naumann 1989) und in der englischsprachigen Korpuslinguistik neuerdings prefab genannt wird (Erman / Warren 2000). Unbeschadet der Terminologie- und Kategorisierungsfrage haben solche relativ komplexen Ausdrücke aber einen spezifischen methodologischen Vorteil: Sie erlauben es in besonderem Maße, sprachübergreifende und einzelsprachliche Variationsmuster und Entwicklungen in areallinguistischer Perspektive zu unterscheiden und zu profilieren. Besser als gewöhnliche Wortschatzentlehnungen sind sie daher geeignet, die Interaktion der Sprachkontakt- mit der Sprachstrukturgeschichte (Begriffe nach Mattheier 1995: 14-18, s.a. Munske 1995) der beteiligten Einzelsprachen zu beleuchten.

Im Sinne dieser Zielsetzung werde ich in vier Schritten vorgehen. Im ersten Kapitel möchte ich anhand einiger oben noch nicht erwähnter Beispiele (nämlich Ausdrücken wie 'ungeachtet' und 'dahingestellt') kurz den areallinguistischen Ansatz illustrieren und Hypothesen für die weitere Untersuchung herausarbeiten. Im zweiten Kapitel wird eine vergleichende Typologie von Gleichgültigkeitsausdrücken im Deutschen und Schwedischen der Gegenwart entwickelt, die im dritten Kapitel anhand eines Vergleichs mit dem Dänischen und Isländischen(1) in strukturgeschichtlicher Hinsicht erweitert wird. Die meisten dabei zitierten Belege entstammen dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm (DWB), dem Svenska Akademiens Ordbok (SAOB) und dem Ordbog over det danske Sprog (ODS); zur deutschen und schwedischen Gegenwartssprache werden vereinzelt Belege aus dem Mannheimer Korpus (MK) und dem Stockholm-Umeå-Corpus (SUC)(2) zitiert. Das abschließende vierte Kapitel ordnet den entstandenen Umriss der Sprachstrukturgeschichte knapp in die oben erwähnten neueren arealtypologischen Forschungen und in die deutsch-nordische Sprachkontaktgeschichte ein.


2 Die areallinguistische Perspektive

Beginnen wir mit einem Fall von nicht-phraseologischem Wortschatztransfer. Als Paraphrase für Gleichgültigkeitsausdrücke wie det är mig likgiltigt usw. tauchen in den schwedischen und dänischen Wörterbüchern häufig die Präpositionen oaktat und oansett (neben oavsett sowie oberoende på) bzw. uagtet und uanset auf. Dem SAOB und Hellquist (1939) bzw. dem ODS und Falk / Torp (1910/11) zufolge handelt es sich dabei um Lehnübersetzungen des deutschen ungeachtet bzw. des heute veralteten unangesehen, die laut DWB (s.u. ungeachtet bzw. unangesehen) in ihrer Indifferenzbedeutung erstmals zur Zeit Luthers oder kurz davor nachweisbar sind. Auf das Kompositum des(sen)ungeachtet geht im Dänischen außerdem desuagtet zurück (ODS, s.d.). Im Schwedischen wird ferner oaktande(s) auf das deutsche unachtend zurückgeführt (SOAB, s.u. oaktande; Hellquist 1939, s.u. oaktat), und im älteren Dänisch gab es neben uanset früher auch uanseendes (Kalkar 1976, s.d., ohne Angaben zur Etymologie), das wie oaktande(s) auf einem Partizip I beruht. Beide Varianten sind heute verschwunden: Oaktande(s) wird in Wörterbüchern der schwedischen Gegenwartssprache nicht mehr aufgeführt, uanseendes taucht bereits im ODS nicht mehr auf.

Die Entlehnung dieser Ausdrücke scheint schon ab dem 16. Jahrhundert stattgefunden zu haben: Die Erstbelege für oaktat und oaktande werden von Hellquist (1939, s.u. oaktat) auf 1640 bzw. 1622 datiert, das SAOB nennt sogar 1617 bzw. 1589 und für oansett 1578 (jeweils s.d.). Laut dem Ordbog til det ældre danske Sprog stammen die ältesten Belege für uagtet in der Indifferenzbedeutung, soweit datierbar, von 1656 und 1676 (Kalkar 1976, s.u. uagt(et)), darauf folgt 1707 der erste Beleg im ODS (s.u. uagtet 2); für uanset und desuagtet setzen die Belege um 1700 ein (ODS, jew. s.d.; keine entsprechenden Lemmata bei Kalkar 1976), für uanseendes werden sogar Belege von 1533, 1536, 1555 und 1576 genannt (Kalkar 1976, s.d.). Im Isländischen fehlen Ausdrücke des Typs 'ungeachtet / unangesehen' dagegen völlig: Als Übersetzung für das deutsche ungeachtet und das dänische uagtet nennen die Wörterbücher von Ófeigsson (1953) bzw. Arnalds / Johannesen (Hg., 1992) nur thrátt fyrir, also einfach 'trotz'. Insgesamt kann 'ungeachtet / unangesehen' als eine Art deutsch-kontinentalskandinavisches Interlexem(3) - oder präziser: Interlexemmodell - bezeichnet werden, das zwischen dem 16. und frühen 18. Jahrhundert durch Entlehnung (zumindest) ins Schwedische und Dänische entstand, wobei in allen drei Sprachen zunächst auch noch Realisationen in Form eines Partizip I existierten, die heute aber verschwunden sind. Das Isländische blieb von alldem unberührt.

Ein Beispiel echten Phraseologietransfers bestätigt dieses Bild und erlaubt, es zu differenzieren. Mehrere germanische Sprachen kennen metaphorische Gleichgültigkeitsausdrücke (im weitesten Sinne), die dem deutschen etwas dahingestellt sein lassen oder ähnlichen Ausdrücken entsprechen. Im Falle des Schwedischen und Dänischen geben sowohl das SAOB (s.u. därhän I 4) als auch das ODS (s.u. derhen 3) deutsche Prototypen mit dahin an:

(2) a. Schwedisch: lämna något därhän 'etw. dahin lassen'
Dänisch: lade noget stå (der)hen 'etw. (da)hinstehen lassen'
Deutsch: etwas dahingestellt sein lassen
b. Dänisch: stå (der)hen '(da)hinstehen'
Deutsch: dahinstehen

Analog zum Begriff des Interlexems scheint es angebracht, Konstruktionen des Typs 'dahingestellt / dahinstehen' als deutsch-kontinentalskandinavische 'Interphraseologismen' zu bezeichnen (Begriff nach Braun / Kallmann 1990), oder erneut präziser: als Realisationen ein und desselben interphraseologischen Modells. Das konstante Element dabei ist '(da)hin', bei den in (2)a. gezeigten Varianten auch 'lassen'; Variation gibt es bezüglich der Komponente 'gestellt / stehen', die im Dänischen unterschiedslos mit 'stehen' und im Schwedischen offenbar gar nicht (mehr) wiedergegeben wird. In allen drei Sprachen können diese Ausdrücke ferner in gleicher Weise erweitert werden, z.B. mit Hilfe von Modalverben, im Deutschen auch mit bleiben, das dann (ebenso wie sein) oft im Konjunktiv erscheint:

(3) Vi kan lämna Zetterbergs slarviga argumentering därhän. (SUC: gb17b)
'Wir können Z.s schludrige Argumentation dahingestellt sein lassen (wörtl.: dahin lassen).'

(4) Ob er ein Künstler ist, bleibe dahingestellt. (MK1: LGB)

Ganz ähnlich wie im Falle von 'ungeachtet / unangesehen' deuten die diachronischen Belege in den historischen Wörterbüchern darauf hin, dass diese Unterschiede Reste einer wesentlich größeren Ausdrucksbreite in früheren Sprachstufen sind:

(5) was nit sol sein, das stell ich dahin (1550; DWB, Neubearb., s.u. dahinstellen)

(6) (Det) är bäst att den (punkten) der hän ställes. (1624; SAOB, s.u. därhän I 5)
'Es ist das Beste, diesen Punkt dahinzustellen (wörtl.: dass dieser Punkt dahingestellt wird).'

(7) hvorledes hun og hans Børn vil komme overeens, staaer derhen (1754; ODS, s.u. derhen 3)
'Wie sie und ihr Kind übereinkommen wollen, steht dahin.'

Als Hypothese wäre also denkbar, dass die heute erkennbaren Unterschiede bezüglich der Ausdrucksweisen für das Interphraseologiemodell 'dahingestellt / dahinstehen' in den drei Sprachen Ergebnis teils gemeinsamer, teils einzelsprachlicher Entwicklungen sind, in deren Verlauf im Schwedischen ställa ausschied, im Deutschen bei dahinstellen nur mehr das Partizip II dahingestellt übrig blieb usw. Dies braucht hier nicht im Einzelnen überprüft zu werden; es genügt, festzuhalten, dass die Realisierungen des Interphraseologiemodells offenbar von einer Idiomatisierung (im Sinne von Traugott 1999) erfasst wurden, die in den drei Sprachen zu einer Verringerung der Variationsbreite geführt und dabei z.T. jeweils unterschiedliche Varianten bevorzugt hat.

Diese Unterschiede wirken aber gering im Vergleich mit dem Isländischen, wo von Phraseologismen mit 'dahin' usw. jede Spur fehlt: Als entsprechende Übersetzungen nennt z.B. Ófeigsson (1953, s.u. dahinstehen) nur Ausdrücke mit óútkljadh ('unentschieden'), nämlich vera óútkljadh und láta e-dh óútkljadh. Zwar findet sich auch im Isländischen ein metaphorischer Ausdruck mit láta, dieser beruht aber auf einer geradezu entgegengesetzten Metapher, nämlich milli hluta und kommt übrigens auch ohne láta vor:

(8) a. láta e-dh liggja milli hluta ('taka ekki afstödhu til e-s (í brád)'; Bödhvarsson 1994, s.u. liggja milli)
'zu etw. (einstweilen) keine Stellung nehmen (wörtl: ~ etw. zwischen den Teilen liegen lassen)'
b. Thadh má liggja milli hluta hvort heldur hefur veridh. (Kress 1982: 250)
'Es mag dahingestellt bleiben, was (von beiden Dingen) geschehen ist.'

Interphraseologismen des Typs 'dahingestellt / dahinstehen' wiederholen also genau das Muster, das oben schon bei 'ungeachtet' zu erkennen war: Sie deuten auf eine geographische Gliederung im nordischen Sprachraum hin, und zwar derart, dass der festländische Teil (bei wechselndem Grad der Nähe im Einzelnen) deutliche Einflüsse aus dem (Hoch)deutschen zeigt, während Island abseits bleibt. Die Datierung muss möglicherweise aber etwas später angesetzt werden: Während Phraseologismen mit 'dahin' im Deutschen ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nachweisbar sind (DWB, s.u. dahin 9; DWB, Neubearb., s.u. dahinstellen), setzen Belege im SAOB erst im 17., im ODS sogar erst Mitte des 18. Jahrhunderts ein (erstmals 1742/43, s.u. derhen 3).


3 Zur Typologie von Gleichgültigkeitsausdrücken im Schwedischen und Deutschen

Sieht man das SAOB, das phraseologisch ausgerichtete Svensk handordbok (Johannisson / Ljunggren, Hg., 1966), das Wörterbuch der schwedischen Phraseologie in Sachgruppen (Schottmann / Petersson 1989), den dritten, den ordförbindelser gewidmeten Band des Nysvensk frekvensordbok (Allén 1975) und andere einschlägige Wörterbücher der Gegenwartssprache auf Gleichgültigkeitsausdrücke hin durch, so fällt bald die sehr ähnliche zweigliedrige Grundstruktur dieser Ausdrücke auf. Nehmen wir die verwendeten Verben als Ausgangspunkt der Klassifikation, so lassen sie sich auf die folgenden Typen reduzieren:(4)

(9) (Modell I) vara: det är (mig) likgiltigt 'das ist (mir) gleichgültig'
det är (mig) egalt 'das ist (mir) egal'
det är (mig) lika gott 'das ist (mir) gleich gut'
det är (mig) sak samma ~ 'das ist (mir) dieselbe Sache'
(Modell II) Vollverb: det gör (mig) detsamma 'das macht (mir) dasselbe'
det kvittar (mig) (lika) ~ 'das gleicht sich (mir) aus'
det kommar på ett ut 'das kommt auf eins heraus'
det spelar ingen roll 'das spielt keine Rolle'
det gör ingen skilnad 'das macht keinen Unterschied'
det gör varken från eller till ~ 'das macht weder hin noch her'

Die nichtverbalen Komponenten ähneln einander insofern, als sie fast alle irgendein Element der Identität (lik(a), egal(5), ett, (det)samma) enthalten; in einzelnen Fällen steht stattdessen ein Element der Negation (ingen, varken ... eller). Die Ausdrücke sind zudem alle in ähnlicher Weise variabel: Sie sind leicht durch emphatische u.a. Zusätze erweiterbar (z.B. det är mig alldeles / helt / fullständigt / komplett likgiltigt, det kommer ut på ett och detsamma, det spelar ingen som helst roll usw.), erlauben z.T. das Hinzufügen einer persönlichen Satzergänzung (in den Wörterbüchern meist prototypisch durch mig realisiert) oder erscheinen in anderweitig variierter Form, z.B. likgiltigt mit Modalverb als det kan mig vara likgiltigt. Det kvittar lika weicht insofern vom Modell II ab, als es lediglich ein Simplexverb und einen Identitätsausdruck enthält, der im Übrigen auch weggelassen werden kann (det kvittar).

Nach denselben Modellen lassen sich nun im Deutschen zwei genau entsprechende Reihen bilden (siehe insbesondere Schemann 1991: 210ff.):

(10) (Modell I) sein: das ist (mir) gleich
das ist (mir) gleichgültig
das ist (mir) egal
das ist (mir) einerlei
(Modell II) Vollverb: das macht keinen Unterschied
das spielt keine Rolle
das tut nichts zur Sache
das bleibt sich gleich
das kommt auf das gleiche heraus
das läuft auf eins / auf dasselbe hinaus

Die deutschen Ausdrücke folgen nicht nur demselben Schema mit verschiedenen Verben und mit Nominalausdrücken mit Elementen der Identität (oder Negation), sie haben auch dieselben Erweiterungs- und Variationsmöglichkeiten: persönliche Satzergänzungen im Dativ (den man hier als eine Spielart des Dativus ethicus bezeichnen könnte), emphatische Zusätze (völlig, ganz usw.), Varianten mit Modalverben (z.B. das kann mir egal sein) usw. Allerdings fällt auf, dass die deutschen Reihen sozusagen 'ordentlicher' sind: Der Dativ ist nur bei Modell I möglich (im Schwedischen findet sich ein solcher 'Dativ' auch im Modell II bei det gör (mig) detsamma und det kvittar (mig) lika); Ausdrücke ohne nominale Komponente wie det kvittar (lika) fehlen, da das Deutsche kein entsprechendes Simplexverb kennt, das nur noch durch einen geeigneten Ausdruck mit 'gleich' o.ä. ergänzt zu werden brauchte.

Vor dem Hintergrund derart weitgehender struktureller Ähnlichkeit lassen sich die Unterschiede im Hinblick auf den Komponentenbestand der Ausdrücke umso leichter profilieren. Echte phraseologische Identität(6) besteht demnach nur bei det är (mig) egalt/likgiltigt / das ist mir egal/gleichgültig im Modell I sowie bei det spelar ingen roll / das spielt keine Rolle und det gör ingen skilnad / das macht keinen Unterschied im Modell II. Beim Modell I gibt es insofern Abweichungen zwischen den beiden Sprachen, als das Deutsche hier auch einerlei hat und das Schwedische das (durch die Wortstellung syntaktisch abweichende) sak samma. Im Deutschen gibt es hier außerdem gleich, das im Schwedischen nur zusammen mit gott vorkommt; die entsprechende schwedische Form det är (mig) lika wird im SAOB zwar nicht ausdrücklich als veraltet markiert (s.u. lika I 4), kommt aber weder in den anderen Wörterbüchern noch im SUC vor. Ein ganz analoger Fall liegt im Modell II bei det kommer på ett ut vor: Eine phraseologisch identische Entsprechung im Deutschen lautet das kommt auf eins heraus, daneben existiert aber auch eine strukturelle Synonymie des schwedischen Ausdrucks mit das kommt auf das gleiche hinaus; in beiden Sprachen sind darüber hinaus Varianten mit (ein und) dasselbe / ett och detsamma möglich. Noch lockerer ist die Beziehung zwischen det kommer på ett ut und das läuft auf dasselbe hinaus sowie zwischen det gör detsamma und das macht keinen Unterschied, die immerhin das Verb 'machen' gemeinsam haben; bei letzterem Paar ist bemerkenswert, dass det gör detsamma durch einen 'Dativ' ergänzt werden kann, was bei der deutschen Version nicht der Fall ist (das macht *(mir) keinen Unterschied). Det gör (mig) detsamma bildet somit eine auffallende Ausnahme, denn Ausdrücke des Modells II können sonst in beiden Sprachen nur mit Präpositionalobjekt gebildet werden (das macht für mich keinen Unterschied usw.). Gleichgültigkeitsphraseologismen mit bleiben gibt es im Schwedischen (wie übrigens auch im Dänischen) überhaupt nicht; umgekehrt fehlt im Deutschen ein Ausdruck mit ~ 'weder hin noch her', der dem schwedischen varken från eller till (auch in der Form varken till eller ifrån) entspräche.

Zusammenfassend lassen sich schwedische und hochdeutsche Gleichgültigkeitsausdrücke der hier anvisierten Art nach dem Prinzip der 'polyäquivalenten Reihen' beschreiben (Begriff in Anlehnung an Burger et al. 1982: 294). Sie sind denselben beiden Strukturmodellen zuzuordnen und zeigen z.T. phraseologische Identität, z.T. eine mehr oder weniger ausgeprägte strukturelle Synonymie; ferner ist die Möglichkeit zur Einschaltung eines Satzdativs im Deutschen strikter auf Modell I beschränkt als im Schwedischen.


4 Von der Typologie zur Diachronie

4.1 Vergleich mit dem Dänischen und Isländischen

Auf den ersten Blick ist der Schritt von der synchronischen Typologie der Interphraseologismen hin zur Diachronie ihrer mutmaßlichen Entlehnung ein denkbar kleiner: Man könnte einfach annehmen, dass die synchronischen Äquivalenztypen mit den einschlägigen Typen diachronischer Entlehnungsvorgänge korrellieren, wie sie für den reinen Wortschatztransfer entwickelt worden sind. Fälle phraseologischer Identität ließen sich demnach als Lehnübersetzungen, solche struktureller Synonymie als mehr oder weniger eng am Prototyp orientierte Lehnübertragungen beschreiben.(7)

Ein solcher Versuch wäre jedoch in mehrfacher Hinsicht wenig überzeugend. Zum einen sind die lexembezogenen Kategorien zu grobmaschig, um der charakteristischen Vielfalt der phraseologischen Variation (besonders, wie wir sahen, in diachronischer Perspektive) gerecht zu werden; zum anderen ist ja gerade wegen des "zunehmenden Sprach und Kulturausgleich(s)" in der Neuzeit der hochdeutsche Einfluss auf die skandinavischen Sprachen viel schwerer abgrenzbar als z.B. der mittelniederdeutsche (Naumann 1985: 159). Die Existenz z.B. von it doesn't make a difference bzw. it makes no difference im Englischen oder von dat speelt geen rol im Niederländischen bzw. to nie odgrywa roli im Polnischen sollte uns dann auch vor dem Versuch warnen, strukturelle Synonymie oder sogar phraseologische Identität bei Gleichgültigkeitsausdrücken im Deutschen und Schwedischen vorschnell auf eine rein deutsch-nordische Transferbeziehung zurückzuführen.(8) Interphraseologismen wie diese mögen sich für die typologische Erforschung der kognitiven, kulturellen u.a. Determinanten von Gleichgültigkeitsausdrücken im Rahmen größerer Sprachvergleiche eignen,(9) ihrer Verbreitung nach dürfte es sich aber eher um phraseologische Europäismen (im Sinne von Bergmann 1995) handeln. Vor allem aus diesem Grunde werde ich meine diachronischen Untersuchungen im Folgenden auf das Modell I beschränken und gewissermaßen kompensatorisch die Vergleichsgrundlage erweitern. Hierfür wähle ich im folgenden das Dänische (vgl. das entsprechende Vorgehen bei Naumann 1985) und beziehe im Sinne der arealtypologischen Interpretation erneut auch das Isländische ein.(10)

Die Suche nach Gleichgültigkeitsausdrücken im ODS, dem Svensk-dansk Ordbog (Munch-Petersen / Hartmann 1970), dem Ordbog over idiomer (Andersen 1998) und anderen einschlägigen Wörterbüchern der Gegenwartssprache ergibt - wie zu erwarten - zwei sehr ähnliche Reihen wie im Schwedischen und Deutschen:

(11) (Modell I) være: det er (mig) ligegyldigt 'das ist mir gleichgültig'
det er (mig) lige meget 'das ist mir gleich viel'
det er (mig) lige godt 'das ist mir gleich gut'
det er (mig) lige fedt 'das ist mir gleich fett'
det er (mig) ét fedt 'das ist mir ein [einziges] Fett'
(Modell II) Vollverb: det kommer ud på et 'das kommt auf eins heraus'
det spiller ingen rolle 'das spielt keine Rolle'
det gør ingen forskel 'das macht keinen Unterschied'
det er (mig) uden forskel 'das ist (mir) ohne Unterschied'

Wie der synchronische Vergleich zeigt, beruhen diese Reihen im Dänischen nicht nur auf denselben Kompositionsprinzipien beruhen wie im Schwedischen und Deutschen, sondern zeigen im Einzelnen auch Eigenschaften mal der einen, mal der anderen Nachbarsprache. Phraseologische Identität aller drei Sprachen liegt bei das ist (mir) gleichgültig / det er (mig) ligegyldigt / det är (mig) likgiltigt und bei das macht keinen Unterschied / det gør ingen forskel / det gör ingen skilnad vor.(11) Größer ist der Abstand dann wieder zu det er (mig) uden forskel, das auch einen 'Dativ' (mig) zulässt und insofern wieder eher an das schwedische det gör (mig) detsamma erinnert. Ans Schwedische statt ans Deutsche erinnert auch das Fehlen von Varianten mit dem Simplex 'gleich' (ein möglicher Ausdruck *det er (mig) lige wird nirgends erwähnt, auch nicht im ODS, s.u. lige VIII A 2.4) und mit 'einerlei'. Auffallend ist beim Modell I die Produktivität des lige in Kollokationen bzw. Komposita. Nicht weniger als vier verschiedene Kombinationen mit lige treten auf, und nur zwei davon haben direkte deutsche Entsprechungen, nämlich ligegyldig / gleichgültig und lige meget / gleichviel. Det er (mig) lige godt gibt es zwar auch im Schwedischen (det är (mig) lika gott), im Deutschen ist es dagegen ebensowenig als Gleichgültigkeitsausdruck idiomatisiert (*Das ist (mir) gleich gut) wie det er mig lige fedt, das auch in der Variante det er (mig) ét fedt vorkommt (Belege im ODS, s.u. IV fed 1.2).(12)

Umso schärfer wirkt vor diesem Hintergrund der Kontrast mit dem Isländischen. Ganz allgemein scheint es im Isländischen (einsprachigen Wörterbüchern wie Jónsson 1994 und Bödhvarsson, Hg., 1994 nach zu urteilen) deutlich weniger Gleichgültigkeitsausdrücke als in seinen Schwestersprachen zu geben, und auch in den zweisprachigen Wörterbüchern (Ófeigsson 1953, s.u. gleich 1 und gleichgültig; Arnalds / Johannesen, Hg., 1994, s.u. lige III und ligegyldig) steht der Variationsbreite in der jeweiligen Ausgangssprache nur ein relativ schmales Spektrum an Übersetzungen gegenüber:

(12) (Modell I) vera: thadh er sama 'das ist gleich'
(> mér er sama um thetta)
(Modell II) Vollverb: thadh stendur á sama '~ das steht zum selben'
(> mér stendur á sama um thetta)
thadh skiptir ekki máli 'das ändert die Sache nicht'
thadh gerir ekki til 'das tut nicht [da]zu'

Wie die Liste zeigt, liegt der Unterschied nicht in der Grundstruktur: Im Isländischen lassen sich dieselben zwei Typen wie im Schwedischen, Dänischen und Deutschen erkennen, und im Isländischen liegt ebenfalls entweder ein Element der Identität oder der Negation vor. Ferner benutzt auch das Isländische als Ausdruck der Identität im Modell I ein 'gleich' (sama), und auch ein Dativ (hier: mér) kann vorkommen, der dann gewisse Strukturveränderungen des Ausdrucks (thadh > um thetta) nach sich zieht. Kennzeichnend für die Ausdrucksbreite bei Gleichgültigkeitsphraseologismen im Isländischen scheint eher Modell II zu sein und nicht so sehr das kaum ausgeprägte Modell I; die Varianten des Modell II zeigen allerdings keine oder nur eine sehr entfernte strukturelle Synonymie mit denen der anderen Sprachen zeigen.(13)

4.2 Zum Idiomatisierungsvorgang

An dieser Stelle kann nun die diachronische Interpretation ansetzen. Im Deutschen entwickelte sich die relativ große heutige Variationsbreite des Modells I (nach älteren Anfängen mit ahd. gelîcho, mhd. glîch, vgl. mnd. gelîk) im Wesentlichen im 16. und 17. Jahrhundert (DWB, s.u. gleich adj. II C 1, gleichgültig B, gleichviel 2, gelten 8 f). Zu dieser Zeit enthielten Gleichgültigkeitsausdrücke des Modells I im Schwedischen gewöhnlich nur das Simplex 'gleich', wie im folgenden Beleg:

(13) Thet är lijka (...) hwad en är gifft eller ogifft. (1528; SAOB, s.u. lika I 4 a)
'Es ist gleichgültig, ob einer verheiratet oder unverheiratet ist.'

Nicht lange danach begann im Deutschen die Grammatikalisierung der Komposita gleichviel und gleichgültig. Ersteres begegnet früh als Variante von gleich 'egal' (in der Form gleich szovill schon 1522; DWB, s.u. gleich II C 1), in Zusammenschreibung ab Mitte des 18. Jahrhunderts (DWB, s.u. gleichviel 2). Gleichgültig wird zunächst noch in der wörtlichen Bedeutung 'von gleichem Wert' gebraucht (in Getrenntschreibung erstmals 1572; DWB, s.u. gleichgültig A 2), die heute geläufige 'subjektivierte' Indifferenzbedeutung "beginnt im 1. drittel des 18. jh. literarisch zu werden" (DWB, s.u. gleichgültig B):

(14) cautiones, die durch güter bestalt sein, können auf den notfall durch gleichgültige güter ausgewechselt werden (DWB, s.u. gleichgültig A 1 a)

(15) damit ein allgemein gleichförmigs einerley / dem herzen nicht gleichgültig sey (Brockes, 1727, beachte das Versmaß mit Betonung auf -gültig; ebd. B 1 b_)

Im ersten bekannten schwedischen Beleg (1735) hat likgiltigt(14) noch die wörtliche Bedeutung 'lika gällande' (Hellquist 1930: 768), das früheste im SAOB für die Indifferenzbedeutung angegebene Datum lautet 1790 (s.u. likgiltig, ohne Belege).

Wie Gleichgültigkeitsausdrücke im Dänischen vor der Entwicklung der Komposita aussahen, ist unbekannt: Weder das ODS noch das Ordbog til det ældre danske Sprog (Kalkar 1976) erwähnen einen Gebrauch von lige, der demjenigen in (13) entspräche. Etwa in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts tauchen im Dänischen dann die frühesten Belege für Modell I mit Komposita von lige auf, so z.B. im Folgenden für ligegyldig und lige meget (das hier in einem Wort geschrieben wird):

(16) Enten en Hund staaer, gaaer eller legger sig, kan i sig selv være meget ligegyldigt. (C.B. Tullin, 1728-65; ODS, s.u. ligegyldig 1)
'Ob ein Hund steht, läuft oder sich hinlegt, kann an und für sich gleichgültig sein.'

(17) Det kan ellers være mig ligemeget, om der bliver Comœdie eller ej. (L. Holberg, 1684-1754; ODS, s.u. lige VIII A 2.4)
'Ansonsten kann es mir gleichviel sein, ob es eine Komödie geben wird oder nicht.'

Im Grunde kann man also zunächst einmal von einem weiteren Interlexemmodell sprechen, das etwa als 'gleichgültig / gleichviel' bezeichnet werden könnte; dafür spricht auch, dass es damals im Schwedischen auch eine Nachbildung von gleichviel gab, nämlich lik(a)mycket (SAOB, s.u. lika ssgr A II 3). Darüberhinaus aber war auch auf phraseologischer Ebene die Variation zu diesem Zeitpunkt noch deutlich größer als heute. So gab es in allen drei Sprachen das Modell I auch noch mit 'gleich gelten':

(18) auff diese weis gilts gleich, ob sich einer wol hält, oder nicht (Grimmelshausen; DWB, s.u. gleich II C 1 b, weitere Belege s.u. gelten 8 f)

(19) ..., så gäller dem lika, om diefvulen och hans moder (...) ock skulle hielpa dem. (1744; SAOB, s.u. gälla 3 a _)
'..., so gilt (es) ihm gleich, wenn der Teufel und dessen Mutter ihm auch helfen werden.'

(20) ..., det kunde gielde dem lige meget, hvem der var Ejere af Italien. (1734; ODS, s.u. gælde B 5.1)
'..., es konnte ihm gleichviel gelten, wer Besitzer Italiens war.'

Beobachtungen wie diesen nach zu urteilen, orientierten sich das Schwedische und Dänische auch nach der Entlehnung von Gleichgültigkeitsausdrücken durchaus noch eine Zeitlang an der hochdeutschen Ausgangssprache oder entwickelten sich die einzelsprachlichen Realisierungen des entlehnten Phraseologiemodells zumindest noch eine Zeit lang auffallend parallel. Das Ergebnis war u.a. eine immer deutlichere Ausdifferenzierung der Modelle I und II. Ein Aspekt dieser Tendenz ist das Verschwinden der Varianten mit Identitätsausdruck und 'gelten', das im Deutschen im Laufe des 19. Jahrhunderts zum Abschluss kam (DWB, s.u. gleich adj. II C 1 b), zu einer Zeit also, als der hochdeutsche Einfluss auf die nordischen Sprachen gerade erst zu Ende ging. Zu derselben Tendenz trug aber auch die Bildung zusätzlicher, im Hochdeutschen nicht vorhandener Varianten mit Identitätsausdruck und 'sein' bei, die besonders im Dänischen schon früh erkennbar ist und neben dem heute noch bekannten lige godt auch das inzwischen offenbar ausgestorbene lige fuldt ('gleich voll') hervorbrachte:

(21) For Resten er det lige got, hvad de kaldes (...). (1724; ODS, s.u. god 4.5)
'Im Übrigen ist es gleichviel (wörtl.: gleich gut), wie sie genannt werden.'

(22) er det lygefuldt, huad (...) der brugis dertiil. (Briefe Christians IV., 1636-40; Kalkar 1976, s.u. ligefuld)
'ist es gleichg¸ltig, was ... dazu benutzt wird.'

Grundsätzlich galt diese Tendenz auch für das Schwedische, wo es neben dem heute bekannten lika gott auch ein (inzwischen aber nahezu veraltetes) Kompositum likgodt gab (SAOB, s.u. lika ssgr.).

Der eigentliche Unterschied des Schwedischen und Dänischen zum Isländischen liegt also wiederum nicht darin, dass Erstere aus dem Frühneuhochdeutschen ein (im Prinzip aufzählbares) Inventar von Gleichgültigkeitsausdrücken entlehnt hätten, sondern in der Übernahme eines ganzen Phraseologiemodells, das zum Zeitpunkt der Entlehnung (v.a. in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts) noch in der Ausbildung begriffen war und das die drei Sprachen dann z.T. gemeinsam, z.T. individuell weiterentwickelten, wobei im Schwedischen und noch mehr im Dänischen zunächst auch Varianten gebildet wurden, die in der Ausgangssprache nicht vorkamen. Zwar ist in beiden Sprachen ein Teil dieser Varianten heute selten oder sogar wieder verloren gegangen, dies scheint insgesamt aber doch mehr für das Schwedische als für das Dänische zu gelten. Im Dänischen ist 'gleichviel' sogar zur charakteristischsten Komponente in Gleichgültigkeitsausdrücken geworden und hat dabei auch das im Deutschen häufigere 'gleichgültig' überflügelt.


5 Ausblick

Die vorliegenden Überlegungen gingen von dem Umstand aus, dass die europäischen Sprachen eine "kulturelle Sprachgruppe" bilden. Auf die europaweite historische Dimension phraseologischen Transfers in diesem Zusammenhang haben bereits Braun / Krallmann aufmerksam gemacht, indem sie die nationalsprachlich-isolierende Perspektive zurückweisen, die die Sprachgeschichtsschreibung bisher geprägt habe (1990: 76):

Dabei wurde übersehen, daß die großen Entlehnungsbewegungen nur als europäische Sprachbewegungen zu verstehen sind; das gilt für das christliche Mittelalter, für den Bildungsbegriff des Humanismus, für die Einflüsse der französischen Kultur im 17. und 18. Jahrhundert und für die angloamerikanischen Anstöße nach 1945. (...) Die Bestände an Interlexemen und Inter-Phraseologismen beruhen nicht auf Zufälligkeiten, sondern sind Ergebnisse internationaler Kontakte, die ihrerseits politische, kulturelle, ökonomische usw. Voraussetzungen haben.

In ähnlichem Sinn fordert Naumann unter Bezug auf den deutsch-skandinavischen Sprachkontakt insgesamt "eine kontrastiv-historische Untersuchung, die das Gesamtfeld dieses Sprachkontakts und seine spezifischen kultur- und sprachgeschichtlichen Faktoren ins Auge zu fassen hätte" (1985: 159).

Zumindest im Hinblick auf einen kleinen, detailhaften Ausschnitt eines solchen Projekts stellen die hier vorgestellten Untersuchungsergebnisse die Fruchtbarkeit des arealtypologischen Ansatzes (im weiteren, nicht nur strukturtypologischen Sinne) unter Beweis. Die Kern-Peripherie-Gliederung, wie sie sich zunächst anhand der Modelle 'ungeachtet / unangesehen' und 'dahingestellt / dahinstehen' in den vier untersuchten Sprachen Deutsch, Schwedisch, Dänisch und Isländisch abzeichnete, ist auch in Bezug auf die anderen Gleichgültigkeitsausdrücke nachweisbar. Diese Verteilung ist Ergebnis des Transfers lexematischer und phraseologischer Modelle aus dem Frühneuhochdeutschen in die kontinentalskandinavischen Sprachen zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert, der - z.T. auf älteren Grundlagen - eine Reihe deutsch-kontinentalskandinavischer Interlexeme bzw. Interphraseologiemodelle hervorbrachte und als ein Aspekt der Entfaltung des zu Beginn erwähnten gesamteuropäischen Sprachbundes von seinem mitteleuropäischen Kerngebiet aus interpretiert werden kann.(15) Die Realisationen dieser Modelle (hier unter dem weiten Begriff 'Gleichgültigkeitsausdrücke' zusammengefasst) unterlagen anschließend einem z.T. gemeinsamen, z.T. einzelsprachlichen Idiomatisierungsprozess, der entscheidend zur Ausformung des heutigen Inventars an Gleichgültigkeitsausdrücken in den beteiligten Sprachen beitrug.

Bei aller Vorsicht angesichts der historischen Quellenlage(16) bestätigen die hier untersuchten Gleichgültigkeitsausdrücke damit auch Naumanns ursprünglich für niederdeutsch-nordische Transferenzen formulierte These, dass sich der deutsch-nordische Phraseologietransfer insgesamt "mehr oder weniger kontingent" zum deutsch-nordischen Lehnguttransfer im Allgemeinen verhalte (Naumann 1989: 257). So dürfte auch die Tatsache, dass der Höhepunkt des hochdeutschen Einflusses mittlerweile zwei bis drei Jahrhunderte zurückliegt und der Sprachkontakt zumindest im Falle des Schwedischen in erster Linie schriftsprachlich vermittelt war und auch weniger dauerhaft und intensiv verlief als der hochdeutsch-dänische (Johannisson 1968: 617f., Naumann 1984: 918),(17) dafür verantwortlich sein, dass einige Realisationen der aus dem Hochdeutschen entlehnten Modelle im SAOB der "ålderdomligt spr[åk]" oder sogar "ålderdomligt skriftspr[åk]" zugeordnet werden (SAOB, s.u. likgodt und likamycket bzw. oansett) und in den Wörterbüchern der schwedischen Gegenwartssprache z.T. einfach fehlen, d.h. wohl als veraltet betrachtet werden müssen. Zwar werden auch in dänischen Wörterbüchern gelegentlich Gebrauchseinschränkungen erwähnt, insgesamt sind die hier behandelten Phraseologismen hochdeutscher Herkunft im Dänischen aber wohl doch besser integriert als im Schwedischen und sind insbesondere Ausdrücke des Modells I (also mit være und Zusammenstellungen mit lige) noch immer gang und gäbe.

Vor dem Hintergrund des heutigen Sprachgebrauchs ist allerdings auch dieser Unterschied zu relativieren, denn selbstverständlich gibt es im Schwedischen und Dänischen auch Gleichgültigkeitsphraseologismen (im weitesten Sinne), die keinerlei deutsche Entsprechungen haben, z.B. mit osagt bzw. usagt ('ungesagt'):

(23) Om han [dvs. kronhjorten] hade någon hind att bröla för må vara osagt (...). (SUC: ea25)
'Ob der Kronhirsch irgendeine Kuh hatte, um die er brüllte, sei dahingestellt (wörtl.: mag ungesagt sein).'
(24) ..., men om dette havde noget med Arvelighed at gøre, skal jeg lade være usagt. (ODS, s.u. usagt)
'..., aber ob dies etwas mit Vererbung zu tun hatte, werde ich dahingestellt sein lassen (wörtl.: werde ich ungesagt sein lassen).'

Daneben gibt es in beiden Sprachen u.a. auch noch umgangssprachliche Phraseologismen mit Komponenten wie (dän.) hip som hap / (schwed.) hipp som happ u.a. (zum Dänischen siehe Andersen 1998, s.u. hip, zum Schwedischen Schottmann / Petersson 1989: 53, 71f.). Sie gehören zum Modell I und haben oft dieselbe tautologische Struktur wie entsprechende deutsche Ausdrücke (z.B. Jacke wie Hose, gehupft wie gesprungen, vgl. etwa auch schwed. hugget som stugget), weisen ansonsten aber keinerlei Beziehungen zum Deutschen auf.


Anmerkungen

1 Die Überlegungen des ersten Kapitels sowie der gründliche Vergleich mit dem Isländischen fehlen in einer Kurzfassung des vorliegenden Beitrags, die auf der 14. ATDS vorgetragen wurde (Leuschner im Druck). Die Idee, das Isländische einzubeziehen, verdanke ich Damaris Nübling (pers. Mitt.). [zurück]

2 Großen Dank schulde ich Gunnel Källgren (†) und Gunnar Eriksson, die mir im Januar 1995 an der Universität Stockholm eine frühe Version des SUC zugänglich machten. [zurück]

3 Einfache Anführungszeichen bezeichnen Interlexem(modell)e bzw. weiter unten Interphraseologismen(modelle): Z.B. ist ungeachtet der Prototyp für das schwedische oaktat und das dänische uagtet, alle drei aber sind Realisierungen des Interlexemmodells 'ungeachtet / unangesehen'. Auf die Problematik der Definition und Beschreibung von 'Inter-ismen' (bzw. in der hier angewandten Redeweise: 'Inter-modellen') kann ich hier übrigens nicht eingehen; siehe hierzu Bergmann (1995, zu 'Interphraseologismen' bes. 246-249), zum Modellbegriff in der Phraseologie Burger (1998: 42f.) und Burger et al. (1982: 35). [zurück]

4 Das SAOB und das Handordbok verwenden dabei an Stelle des Infinitivs fast ausnahmslos prädikative 'Aussageformen', und dabei werde auch ich es im Folgenden belassen (vgl. auch Fleischer 1997: 234). [zurück]

5 Zu egal siehe unten Anmerkung 15. [zurück]

6 Die Äquivalenztypen der 'phraseologischen Identität' sowie (weiter unten) der 'strukturellen Synonymie' entnehme ich Burger et al. (1982: 294). [zurück]

7 Mit diesen Begriffen operiert auch Munske (1993). [zurück]

8 Hellquists Det svenska ordförrådets ålder och ursprung hilft hier nicht weiter, da - wie der Autor selbst bemerkt - "fraser och vändingar" unberücksichtigt geblieben sind (1930: 788). Gleiches gilt für Skautrups dänische Sprachgeschichte, wo Entlehnungen zwar ausführlich, aber stets nur unter Bezug auf Einzellexemen behandelt werden (Listen von Lehnwörtern aus dem Frühneuhochdeutschen im 2. Bd., Skautrup 1947: 252-260 u. 391-399, u.ö.). [zurück]

9 Zu den Vorbildern für eine solche Untersuchung gehört die typologische Studie über Komparativkonstruktionen in über 100 Sprachen von Bernd Heine (1994), der ebenfalls die Bedeutung des Transfers ganzer 'Modelle' bei der Ausbildung von Spracharealen untersucht. Die betreffenden Konstruktionstypen definiert Heine aufgrund kognitiver 'event schemata', ein auch für die Typologie von Gleichgültigkeitsausdrücken vielversprechender Ansatz (Leuschner demn.). [zurück]

10 Idealerweise wäre natürlich auch das Norwegische hinzuzuziehen, was hier aber - wie auch schon bei Naumann (1985) - aus Raumgründen unterbleiben muss. [zurück]

11 Bemerkenswerterweise verwendet das Dänische hier forskel, das (mittel)niederdeutscher Herkunft ist (< vorschel, vgl. niederländ. verschil), nicht aber das dem Hochdeutschen viel ähnlichere undersked (< mnd. underschêde; Etymologien nach Falk / Torp 1910/11, s.u. forskjel). [zurück]

12 Allerdings sind die beiden fedt morphologisch nicht identisch: Det er mig lige fedt enthält das Adjektiv fed (mit Neutrumflexiv -t), det er mig ét fedt jedoch das Substantiv fedt (freundlicher Hinweis von Per Bærentzen, pers. Mitt.). [zurück]

13 Nahezu perfekte phraseologische Identität besteht dagegen zwischen thadh gerir ekki til und dem niederländischen dat doet er niet toe. [zurück]

14 Die Komponente -giltig ist die genaue Übernahme einer deutschen Nebenform von gültig (Hellquist 1930: 768, vgl. DWB, s.u. gültig); das dänische -gyldig soll dagegen auf gültig zurückgehen (Falk / Torp 1910/11, s.u. gyldig). - Demselben Wortbildungsmuster wie lik-giltig entsprechen im Schwedischen übrigens lätt-färdig 'leichtfertig', lätt-sinnig 'leichtsinnig', själv-ständig 'selbständig' usw. (Hellquist 1930: 768). [zurück]

15 Dazu passt auch die Entlehnung von egal, und zwar unabhängig davon, ob sie direkt aus dem Französischen oder auf dem Umweg über das Deutsche geschah (SAOB, s.u. egal, Erstbeleg 1689; zur Vermittlerfunktion des Hochdeutschen siehe Johannisson 1968: 617). - Das heutige dänische egal ist in keinem der historischen Wörterbücher verzeichnet und dürfte neueren Datums sein. [zurück]

16 Zur Problematik historischer Wörterbücher als Sekundärquellen für die Erforschung von Wortschatz- (und Phraseologie)wandel im Deutschen siehe Schulz (2000). [zurück]

17 Zum Charakter des schwedisch-hochdeutschen Sprachkontakts siehe auch Hellquist (1930: 787f.) und etwas ausführlicher Pettersson (1996: 120-126), zum hochdeutsch-dänischen detailliert Winge (1992, 1998) sowie kurz Skautrup (1947: 252f.). [zurück]


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