Linguistik online 5, 1/00



"Vordergründig war ich für die gar nicht frau ..."

Zur sprachlichen Repräsentation von Geschlecht

Anita Fetzer (Universität Stuttgart)






1 Einleitung

Das Phänomen Geschlecht bzw. dessen englischsprachige Bezeichnung gender wird im Rahmen der Geschlechterforschung nicht als biologisch-determiniert, sondern als sozio-kulturelles Konstrukt eingestuft. Innerhalb des Differenzmodells (Coates 1994; Poynton 1990; Tannen 1994; Wodak 1997) fungiert es als konstituierendes Element für eine jeweils männliche und weibliche Kultur, welche durch diesbezügliche geschlechtsspezifische Kommunikations- und Handlungsstrategien charakterisiert sind. Die aus dieser monokausal orientierten Perspektive resultierenden geschlechtsspezifischen Kulturen zeichnen sich nun durch intrakulturelle Homogenität und interkulturelle Heterogenität aus, so dass bei gemischtgeschlechtlichen Interaktionen aufgrund von geschlechtsspezifischen Interpretationsanweisungen Kommunikationsprobleme, wenn nicht sogar Misskommunikationen, vorprogrammiert sind. Zum Beispiel kommen diese sowohl bei unterschiedlichen Direktheitsgraden von Aufforderungshandlungen als auch aus einer unterschiedlichen Bewertung von Rückkopplungssignalen zum Ausdruck.So wird z.B. die Sprechhandlung weisst du, wo die Zeitung ist von Mitgliedern der männlichen Kultur bevorzugt als Informationsfrage interpretiert, während sie bei Mitgliedern der weiblichen Kultur primär als Aufforderung, die Zeitung zu holen, eingestuft wird (Tannen 1994). Missverständnisse sind jedoch nicht nur das Resultat divergierender geschlechtsspezifischer Interpretationsanweisungen auf der Inhaltsebene der Kommunikation. Vielmehr zeigen sie sich auch auf der Interaktionsebene bei der geschlechtsspezifischen Interpretation von Rückkopplungssignalen oder backchannel behaviour, welche von Mitgliedern der männlichen Kultur als inhaltlich unterstützend interpretiert werden, während sie von Mitgliedern der weiblichen Kultur häufig als die HörerInnenposition markierend intendiert werden. Neben diesem auf Ausschließlichkeit basierenden Geschlechterforschungsansatz, welcher übrigens in der feministischen Linguistik nicht unumstritten ist (Cameron 1985; Bucholtz 1999), wird Geschlecht im Rahmen der Ethnomethodologie als doing gender eingestuft (Garfinkel 1994; Goffman 1974; Pauwels 1996; Stewart 1990; Tannen 1993; Todd 1988). Dies bedeutet, dass dem soziokulturellen Konstrukt Geschlecht der Status eines sozialen Index zukommt (Ochs 1991), der sowohl als Voraussetzung in die Interaktion einfließt als auch in und während der Interaktion rekonstruiert wird. Dies hat zur Konsequenz, dass InteraktionsteilnehmerInnen nicht nur Informationen über Ziele und Inhalte ihrer sprachlichen Handlungen, sondern auch soziale Indexe, wie u.a. Ethnizität, Alter und Geschlecht kommunizieren, welche wiederum auf spezifischen soziokulturellen Konstrukten basieren. Hierbei ist zu betonen, dass soziokulturellen Konstrukten im Rahmen der Ethnomethodologie der Status von dynamischen Konzepten zukommt, da diese nicht nur im Diskurs rekonstruiert werden, sondern auch mit weiteren sozialen Indexen interagieren. Dies hat zur Folge, dass dem soziokulturellen Konstrukt Geschlecht der Status eines konstituierenden Faktors zukommt, der - je nach SprecherInnenintention - auf mehr oder weniger explizite verbale und auch nonverbale Art und Weise repräsentiert werden kann. Kommunikation ist somit nicht mehr auf die rein verbale Ebene beschränkt, sondern im Rahmen des Performanzmodells (Butler 1997) angesiedelt, wo SprecherInnen und HörerInnen als rational handelnde InteraktionsteilnehmerInnen eingestuft werden, die durch eine Vielzahl von sozialen Rollen charakterisiert sind, welche sie, je nach kommunikativer Intention, hervorheben oder unterdrücken können. Somit kann das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht nicht nur rekonstruiert (doing gender) und bestätigt, sondern auch modifiziert und getilgt werden (undoing gender).

Ein im Rahmen der Ethnomethodologie angesiedeltes Kommunikationsmodell berücksichtigt die inhärente Dynamik von soziokulturellen Konstrukten, die aufgrund ihres Status als sozialer Index je nach SprecherInnenintention expliziert werden können. Diese Voraussetzung erlaubt es den KommunikationsteilnehmerInnen, die semantischen Konzepte, auf denen soziokulturelle Konstrukte basieren, im Rahmen von Mikrosprechhandlungen zu modifizieren, wenn nicht sogar neu zu definieren. Obwohl gender in der Geschlechterforschung in der Regel auf komplementär konzipierte weibliche und männliche Konstrukte referiert, sind diese nicht durch auf Ausschließlichkeit basierende diskrete Kategorien definiert. Vielmehr werden sie durch Prototypen und somit durch fuzziness repräsentiert, was sich auch in der diesen Konstrukten zugrundeliegenden Dynamik widerspiegelt, die auf außersprachlichen Faktoren wie u.a. gesellschaftlichen Veränderungen und Rollenüberlappungen basiert, wo Frauen in traditionelle Männerdomänen und Männern in sogenannte Frauendomänen vordringen.

Das Ziel dieses Beitrages besteht nun nicht darin, die aus den Geschlechterdifferenzen resultierenden Macht- und Unterdrückungsmechanismen sowie die diesbezüglichen Legitimationsprozesse im Rahmen eines monokausalen Modells zu diskutieren.Vielmehr wird Geschlecht als sozialer Index eingestuft, was diese Untersuchung der sprachlichen Repräsentation von Geschlecht im Rahmen der Ethnomethodologie ansiedelt, welche zusätzlich dazu durch das aus der Funktionalen Grammatik und Soziolinguistik stammende Prinzip der sprachlichen Variation (Givón 1993; Halliday 1996; Holmes 1992; Wardhaugh 1998) ergänzt wird, welches besagt, dass kommunikative Intentionen wie auch Referenzen auf soziokulturelle Konstrukte durch eine Vielzahl von sprachlichen Varianten im Diskurs repräsentiert werden können. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die Frage, welche sprachlichen Möglichkeiten das Individuum hat um seine sozialen Identitäten zu repräsentieren, d.h. wie es auf die dahinter stehenden soziokulturellen Konstrukte verweist, wie diese bestätigt werden und wie es sich von den daraus resultierenden stereotypischen Erwartungen abgrenzt. Dies erfordert eine Differenzierung zwischen der intentional handelnden diskursgestaltenden Kategorie der InteraktionsteilnehmerIn und der textimmanenten Kategorie der Diskursidentität, welche als soziokulturelles Konstrukt im Diskurs sprachlich repräsentiert wird. Es ist somit auch zu differenzieren zwischen der Geschlechtsidentität der InteraktionsteilnehmerInnen und der Geschlechtsidentität der textimmanenten Kategorie der Diskursidentität.

Der erste Teil dieses Beitrages untersucht die oberflächensprachliche Repräsentation von Referenzen auf die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf im deutschen Sprachsystem. Die hier erzielten Ergebnisse werden durch eine Korpusanalyse von 6 strukturierten Gruppendiskussionen, welche im Rahmen einer Auftragsstudie des Wissenschaftsministeriums im Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen zwischen Juli 97 und April 98 durchgeführt wurden (Glöckner-Rist & Mischau 1998), spezifiziert. Hierbei erörterten die Teilnehmerinnen die berufliche und persönliche Situation von Frauen in natur- und ingenieurwissenschafltichen Berufsfeldern. Die Kombination von Weiblichkeit einerseits und Technik andererseits ist deshalb von Interesse, weil sich das soziokulturelle Konstrukt von Technik schlecht mit dem soziokulturellen Konstrukt von Weiblichkeit vereinbaren lässt, was sowohl unter quantitativen Gesichtspunkten, wie z.B. der Unterrepräsentation von Frauen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften (Berg-Peer 1981; Cockburn 1988; Hausen & Nowotny 1986; Teubner 1989) als auch unter qualitativen Gesichtspunkten, wie u.a. der weiblich besetzten Begriffe Wärme und Kooperation und der männlich besetzten Begriffe Technik und beherrschen, zum Ausdruck kommt (Fetzer, Glöckner-Rist & Mischau 1999). Bereits hier wird explizit Bezug genommen auf die Interaktion des soziokulturellen Konstrukts Geschlecht mit anderen sozialen Indexen. Die Resultate dieser primär qualitativ orientierten Analyse werden weiter differenziert hinsichtlich ihrer Distribution, oberflächensprachlichen Realisierung und Attribuierung von Relevanz. Der zweite Teil dieses Beitrages erweitert diese primär intraindividuell orientierte Perspektive durch die Differenzierung zwischen der diskursgestaltenden Kategorie der InteraktionsteilnehmerIn und der diskursimmanenten Kategorie der Diskursidentität, welche im Rahmen eines auf der Kontextualisierung der Habermas'schen Theorie des kommunikativen Handelns (1987) basierenden Sprechhandlungsmodells angesiedelt sind. Hierbei werden soziale Indexe als Geltungsansprüche definiert, deren Validität im Diskurs von den InteraktionsteilnehmerInnen verhandelt wird. Der dritte Teil diskutiert kommunikative Strategien zur sprachlichen Repräsentation der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf, wobei diesbezügliche Abgrenzungsstrategien eine besondere Berücksichtigung finden. Zusammenfassend muss von der Voraussetzung ausgegangen werden, dass Individuen durch eine Vielzahl von sozialen Identitäten charakterisiert sind, die im Diskurs durch dynamische Konstrukte repräsentiert werden. Im allgemeinen wird jedoch immer nur eine spezifische Identität fokussiert. Dies trifft auch auf den sozialen Index Geschlecht zu, dem aber aufgrund seiner Omnipräsenz der Status eines Kontextfaktors zukommt und der somit je nach kommunikativer Situation und Intention sowohl rekonstruiert, d.h hergestellt, hervorgehoben und betont, als auch in-den-Hintergrund-geklickt werden kann.
 

2 Die sprachliche Repräsentation der soziokulturellen Konstrukte 'Geschlecht' und 'Beruf' im deutschen Sprachsystem

Im Rahmen der Ethnomethodologie werden soziokulturelle Konstrukte als soziale Indexe interpretiert, die in der Interaktion rekonstruiert und aktualisiert werden. Hierbei muss hervorgehoben werden, dass sich soziale Indexe nicht nur aus linguistischen, sondern auch aus paralinguistischen, körpersprachlichen und weiteren semiotischen Systemen zusammensetzen und somit durch äußerst komplexe Phänomene repräsentiert werden. Obwohl sowohl Sprache als auch SprecherInnen durch sprachliche Kreativität charakterisiert sind, d.h. durch eine begrenzte Anzahl von Regeln kann eine unendliche Anzahl von Sätzen, Sprechhandlungen oder auch Diskursen konstruiert werden, sind die konkreten sprachlichen Möglichkeiten zur oberflächensprachlichen Realisierung des sozialen Indexes Geschlecht dennoch aufgrund des soziolinguistischen Prinzips der sprachlichen Angemessenheit, welches sprachliches Handeln in sozialen Kontexten verankert, beschränkt. Welches sprachliche Inventar stellt nun das deutsche Sprachsystem im Rahmen der Phonologie, Morphologie und des Lexikons zur Verfügung, um auf den sozialen Index Geschlecht zu referieren?

Im Deutschen wird das soziokulturelle Konstrukt der weiblichen Geschlechtsidentität durch spezifische phonologische Realisierungen für Tonhöhe und Lautstärke, durch spezifische lexikalische Mittel, wie Personenbezeichnungen, Schimpfwörter und Anredeformen, und durch Grammatikalisierungen, wie u.a. die Affixe -frau oder -in bei Personen- und Berufsbezeichnungen sprachlich repräsentiert. Hierbei muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die geschlechtsmarkierenden und somit geschlechtsdefinierenden sprachlichen Mittel sowohl miteinander konkurrieren als auch miteinander kombiniert werden können, wobei die daraus resultierenden sprachlichen Konstruktionen im Deutschen nicht unbedingt konsistent sein müssen.

Im Rahmen des Lexikons stellt das deutsche Sprachsystem für die Referenz auf Personen sowohl geschlechtsspezifische als auch geschlechtsneutrale nominale und adjektivische Bezeichnungen zur Verfügung, die in Tabelle 1. systematisch dargestellt werden. An dieser Stelle sollen jedoch weder positive noch negative Konnotation diskutiert werden:

Tabelle 1:

'MANN' 'FRAU' 'NEUTRAL'
Mann Frau Person - Mensch
Junge Mädchen Kind

Kleinkind / Baby

     
männlich fraulich / weiblich menschlich

?persönlich

jungenhaft mädchenhaft kindlich - babyhaft

 

Diese Nomen und Adjektive können nun mit weiteren spezifischen Adjektiven kombiniert werden oder als konstitutive Teile von Phraseologien fungieren, wobei hier sowohl regionale und soziale als auch geschlechts- und altersspezifische Präferenzen vorliegen. Die hier diskutierten prototypischen geschlechtsspezifischen Kombinationen wurden mit weiblichen Mitgliedern eines Linguistikseminars diskutiert und sind im süddeutschen Raum angesiedelt:

(1) süßes Mädchen - süßer Junge

(2) süße Frau - ?süßer Mann

oder auch

(3) ?markantes Mädchen - markanter Junge

(4) ?markante Frau - markanter Mann

Während die Kombination 'süß + Kind' sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Kindern unproblematisch scheint, wird bei deren Kombination mit 'Mann' auf eine spezifische Kategorie von Mann referiert, die durch einen geringeren bzw. einen 'anderen' Grad an Männlichkeit charakterisiert wird. Eine ähnliche Abschwächung bzw. Abgrenzung wird bei (3) und (4) durch das geschlechtsspezifische Adjektiv markant bewirkt, welches sowohl bei weiblichen Kindern als auch bei weiblichen Erwachsenen den Grad an traditioneller Weiblichkeit reduziert (Walter 1998). Auch metaphorische Benennungen wie Kuh, Hengst oder Hecht fungieren als geschlechtsspezifische Markierungen, wobei deren Konnotationen jedoch ein unterschiedlicher Status zuzuschreiben ist. Im Fall der weiblichen Geschlechtsidentität sind diese einem Negativ-Kontext zuzuordnen, während sie bei Hengst oder Hecht den Grad an traditioneller Männlichkeit erhöhen und somit die von der Gesellschaft erwünschten Seiten der männlichen Geschlechtsidentität betonen.

Im Rahmen der Phonologie werden die paralinguistischen Phänomene Lautstärke und Tonhöhe in der Regel geschlechtsspezifisch interpretiert, wobei letztere nicht primär durch die geschlechtsspezifische Ausrichtung der Sprechwerkzeuge bedingt ist (Braun & Pasero 1999). In der Morphologie fungieren die Affixe -in und -frau bzw. -mann bei Personenbezeichnungen als geschlechtsspezifische Indexe. Ferner stellt das deutsche Sprachsystem feste geschlechtsspezifische Syntagmen in (5) und geschlechtsneutrale Syntagmen in (6) zur Verfügung, um das Konstrukt Geschlecht oberflächensprachlich zu repräsentieren:

(5) als Frau / Mann / Mädchen / Junge

(6) als Kind / Baby / Person / Mensch

In Analogie zur oberflächensprachlichen Repräsentation der Geschlechtsidentität stellt das deutsche Sprachsystem für die Darstellung der Berufsidentität im Rahmen des Lexikons berufsbenennende Nomen zur Verfügung, welche zusätzlich dazu die Geschlechtsidentität zum Ausdruck bringen können, was durch die folgende Tabelle systematisch dargestellt werden soll:

Tabelle 2:
 

"MANN" / generisch "FRAU" "NEUTRAL"(**)
Lehrer Lehrerin

weiblicher Lehrer

LehrerIn
Maurer Maurerin

weiblicher Maurer

MaurerIn
Bankkaufmann Bankkauffrau

weibl. Bankkaufmann

Bankkaufleute
Erzieher Erzieherin

weiblicher Erzieher

ErzieherIn
Krankenpfleger(*) Krankenschwester

weibl. Krankenpfleger

KrankenpflegerIn

*Die Frage, ob der Bezeichnung Krankenpfleger wirklich eine generische Funktion zugeschrieben wird, soll hier offen bleiben.

**Die Frage, ob diese Bezeichnungen wirklich "neutral" sind, soll hier nicht diskutiert werden. Vielmehr soll von der Voraussetzung ausgegangen werden, dass diese in spezifischen Kontexten wie u.a. Stellenanzeigen neutral intendiert sind.

Während das deutsche Sprachsystem für die oberflächensprachliche Realisierung des soziokulturellen Konstrukts Geschlecht bei Personenbezeichnungen sowohl eindeutig geschlechtsspezifische als auch eindeutig geschlechtsneutrale Nomen zur Verfügung stellt, liegt diese Eindeutigkeit auch bei Berufsbezeichnungen bei einer gleichzeitigen Markierung der weiblichen Geschlechtsidentität vor. Zusätzlich dazu gibt es heutzutage auch die sogenannten neutralen Formen, welche bisher noch stark kontextspezifisch verwendet werden und folglich noch nicht Einzug in den allgmeinen Sprachgebrauch gefunden haben. Von Interesse ist hierbei, dass es das Sprachsystem jederzeit erlaubt, geschlechtsspezifische Formen für Berufsbezeichnungen durch die Kombination 'geschlechtsspezifisches Adjektiv', also weiblich / männlich und Beruf zu bilden, während Affigierung durch das Suffix -in im allgemeinen nur bei der Markierung der weiblichen Geschlechtsidentität möglich ist. Ferner sollte in diesem Zusammenhang betont werden, dass die traditionell generische Form der Berufsbezeichnung, wie z.B. Lehrer, mit der männlich markierten Form Lehrer zusammenfällt, während die moderne neutrale Form für die geschriebene Sprache durch Affigierung des Suffixes -In an die männliche Form gebildet wird, wie z.B. LehrerIn, welche in der gesprochenen Sprache durch Lehrerinnen und Lehrer realisiert wird. Kann nun die Berufsidentität auch implizit repräsentiert werden?

Bei der Diskussion der sprachlichen Repräsentation der Geschlechtsidentität sind bisher nur die expliziten Varianten, d.h. Benennungen, Affixe, spezifische phonologische Muster und feste Syntagmen, berücksichtigt worden. Dies sind jedoch nicht die einzigen Varianten, denn das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht kann auch implizit oder indexikalisch durch geschlechtsspezifisches nonverbales Verhalten, wie u.a. Lächeln, durch Raumbeanspruchung, d.h. wieviel Raum beansprucht ein Mann beim Sitzen und wieviel eine Frau (Wex 1980), repräsentiert werden. Ebenso kann sie durch geschlechtsspezifische weibliche Referenzen, wie Tratschen, Kaffeeklatsch oder mit zarter Hand, und geschlechtsspezifische männliche Referenzen wie Frühschoppen repräsentiert werden. Diese impliziten Realisierungsvarianten sind für die sprachliche Repräsentation der Berufsidentität nur bedingt möglich, da berufsspezifische Prädikationen wie u.a. lehren oder bauen nicht eindeutigen Berufsidentitäten zuzuordnen sind. Denn gelehrt werden kann an Universitäten durch ProfessorInnen oder DozentInnen, an Schulen durch LehrerInnnen oder SchulleiterInnen oder auch im Betrieb durch AusbilderInnen, was auch für das Bauen gilt, welches u.a. als konkretes Bauen im Rahmen des Maurerberufs oder im Rahmen des Konzipierens von Gebäuden von Relevanz sein kann.

Bevor nun die Frage diskutiert wird, wie die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf in dem dieser Untersuchung zugrundegelegten Korpus oberflächensprachlich realisiert werden, sollen zuerst die notwendigen theoretischen Voraussetzungen für eine diesbezügliche Untersuchung diskutiert werden.
 

3 Plus/Minus-Geltungsanspruch

Im Rahmen einer ethnomethodologisch orientierten Sprachanalyse wird das vom Sprachsystem zur Verfügung gestellte Inventar für die Repräsentation der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf nicht in Isolation, sondern als sozialer Index interpretiert, der in der Interaktion aktiviert und kontextualisiert wird. Welche Voraussetzungen muss nun ein Kommunikationsmodell erfüllen, innerhalb dessen die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf integriert und operationalisiert werden können? Zum einen muss es die Interaktion zwischen Individuum, Sprache, Sprechen und Gesellschaft explizit berücksichtigen, was auf ein interaktives und interpersonales Kommunikationsmodell verweist, innerhalb dessen die Makrophänomene Sprache und sozialer Kontext mit dem Mikrophänomen Sprechen im unmittelbaren Kontext interagieren. Zum anderen muss es das Phänomen der intraindividuellen Variation explizit berücksichtigen, da jede InteraktionsteilnehmerIn ihre kommunikative Intention durch eine potentiell unendliche Anzahl an oberflächensprachlichen Realisierungen repräsentieren kann. Hierbei ist jedoch zu betonen, dass diese Varianten nicht den gleichen Status haben, sondern sich durch unterschiedliche Grade an Angemessenheit auszeichnen. Mit anderen Worten, eine InteraktionsteilnehmerIn wählt aus einer Menge von möglichen Varianten jene aus, die ihre kommunikative Intention am angemessensten repräsentiert. Während die Grundvoraussetzungen der Interaktivität bei der Kritischen Diskursanalyse (Wodak 1996; Fairclough 1992), der Soziopragmatik (Sarangi & Slembrouk 1996) und der Habermas'schen Theorie des kommunikativen Handelns (1987) berücksichtigt werden, wird das Phänomen des sozialen Kontexts explizit im Rahmen des Kommunikationsakts Plus/Minus-Geltungsanspruch (Fetzer 1994; 1998; 1999) berücksichtigt. Dem Phänomen der intraindividuellen Variation wird durch das aus der Soziolinguistik und Funktionalen Gammatik stammende Prinzip der Sprachlichen Variation (Givón 1993; Halliday 1996; Holmes 1992; Wardhaugh 1998) Rechnung getragen. Im folgenden soll der Kommunikationsakt Plus/Minus-Geltungsanspruch diskutiert werden, innerhalb dessen sowohl eine top-down als auch bottom-up Analyse durchführbar ist, wobei die Interaktion zwischen Makro- und Mikrofaktoren eine explizite Berücksichtigung findet.

Der Kommunikationsakt Plus/Minus-Geltungsanspruch basiert auf der Kontextualisierung der Habermas'schen Theorie des kommunikativen Handelns, die sich durch eine starke Orientierung am Dialog auszeichnet. Kommunikation wird hier als Erheben und Ratifizieren von Geltungsansprüchendefiniert, wobei zu betonen ist, dass erst der Prozess der Ratifizierung einem von der SprecherIn erhobenen Geltungsanspruch den Status eines Plus/Minus-Geltungsanspruchs verleiht. Der Kommunikationsakt Plus/Minus-Geltungsanspruch ist aufgrund seiner Weltbezüge in einem interaktiven, dreiwertigen Modell von objektiver, sozialer und subjektiver Welt verankert:

- Die objektive Welt ist durch die Dichotomie wahr / falsch determiniert und wird durch Propositionen bzw. theoretische Behauptungen repräsentiert. Während das Akzeptieren der Referenzen hinsichtlich der objektiven Welt durch das Zuschreiben von Wahrheit zum Ausdruck kommt, wird der theoretischen Behauptung beim Negieren der Status einer falschen Proposition zugeschrieben.

- Die subjektive Welt ist durch das Phänomen der Wahrhaftigkeit determiniert und ist somit bei der SprecherIn bzw. HörerIn angesiedelt. Wahrhaftigkeit wird im Rahmen der kommunikativen Intention kalkuliert, d.h. die kommunikative Intention ist so gemeint wie geäußert. Beim Akzeptieren der Referenzen hinsichtlich der subjektiven Welt wird die kommunikative Intention als wahrhaftig eingestuft, während bei einem diesbezüglichen Zurückweisen die Wahrhaftigkeit der kommunikativen Intention nicht akzeptiert wird. Der Äußerung wird somit der Status einer Lüge zugeschrieben.

- Die soziale Welt ist durch das Angemessenheitsparadigma determiniert. Beim Akzeptieren der Referenzen hinsichtlich der sozialen Welt wird dem erhobenen Geltungsanspruch Angemessenheit zugeschrieben, während bei einem diesbezüglichen Zurückweisen die auf der Proposition basierende kommunikative Funktion als unangemessen eingestuft wird, was sowohl auf der Unangemessenheit der oberflächensprachlichen Realisierung, die im Rahmen der textuellen, interpersonalen und interaktionalen Voraussetzungen kalkuliert wird, als auch auf der Unangemessenheit der sprachlichen Handlung an sich basieren kann. Die soziale Welt untergliedert sich in ein weiteres dreiwertiges System der textuellen, interpersonalen und interaktionalen Voraussetzungen:

- Das textuelle Subsystem basiert auf dem Grice'schen Kooperationsprinzip, den Maximen der Qualität, Quantität, Relation und Art & Weise sowie der konversationellen Implikatur (1975).

- Das interpersonale Subsystem wird durch das Goffman'sche (1971) und das Brown & Levinson'sche (1987) Konzept face und das Partizipationsformat (Goffman 1974; Levinson 1988) determiniert.

- Das interaktionale Subsystem ist duch die interaktionalen Faktoren adjacency und turn-taking determiniert (Levinson 1983).

Während bei einer bottom-up Untersuchung die kommunikative Bedeutung eines Redebeitrags anhand der diesbezüglichen Referenzen, die entweder explizit oder implizit realisiert werden können, kalkuliert wird, sind bei einer top-down Analyse spezifische Werte vorgegeben, wie z.B. ein fester Redewechsel oder neutraler Stil bei der Textsorte politisches Interview (Fetzer 1999b). Doch welcher Stellenwert kommt nun den soziokulturellen Konstrukten Geschlecht und Beruf innerhalb dieses Kommunikationsmodells zu?

Die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf sind in der Regel an soziale Identitäten (Goffman 1971) und somit an konkret handelnde Personen gebunden. Aus diesem Grund werden sie nicht als Propositionen der objektiven Welt, sondern als auf sozio-kulturellen Konventionen der sozialen Welt basierende soziale Konstrukte definiert. Dies hat zur Konsequenz, dass sozial handelnde Personen zum einen als aktive diskursgestaltende Kategorie der InteraktionsteilnehmerIn, zum anderen als textimmanente Kategorie der Diskursidentität, d.h. als eine von der SprecherIn konstruierte und von der AdressatIn ratifizierte Identität, in den Diskurs eintreten können, was im folgenden diskutiert werden soll.
 

4 InteraktionsteilnehmerIn versus Diskursidentität

Die linguistische Pragmatik wie auch die Ethnomethodologie gehen von der Voraussetzung aus, dass sich soziale Akteure rational verhalten, was sich in der Intentionalität ihrer sozialen Handlungen widerspiegelt. Wenn jetzt Sprache und Sprechen nicht als isolierte Phänomene, sondern als Handlungsinstrument eingestuft werden, so hat dies zur Folge, dass Intentionalität nicht erst auf der Handlungsebene, sondern bereits bei der Sprachproduktion und Sprachinterpretation und somit bei der oberflächensprachlichen Repräsentation von kommunikativen Intentionen verankert werden muss. Dies bedeutet konkret, dass sowohl sozialen Akteuren als auch den von ihnen produzierten Texten Intentionalität zuzuschreiben ist. Diese erweiterte Betrachtungsweise von Intentionalität erfordert eine Differenzierung zwischen sozialen Akteuren, d.h. InteraktionsteilnehmerInnen, welche intentional Texte produzieren und interpretieren, und der textimmanenten Kategorie der Diskursidentität, d.h. einer von der SprecherIn konstruierten und von der AdressatIn ratifizierten Identität. Die Differenzierung zwischen der Metakategorie der InteraktionsteilnehmerIn und der Kategorie der Diskursidentität ist bei linguistischen Untersuchungen viel zu wenig berücksichtigt worden, obwohl sie, wie ich hier zeigen werde, für die oberflächensprachliche Repräsentation der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf im Diskurs von großer Bedeutung ist. Bevor nun die Frage diskutiert wird, wie die Teilnehmerinnen unserer Gruppendiskussionen von den Möglichkeiten, die das deutsche Sprachsystem zur Verfügung stellt, Gebrauch machen, soll zuerst der Stellenwert der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf in dem auf dem Kommunikationsakt Plus/Minus-Geltungsanspruch basierenden Kommunikationsmodell untersucht werden.

Soziale Indexe sind im Rahmen der sozialen Welt angesiedelt und werden im Diskurs als Geltungsansprüche erhoben, die von den InteraktionsteilnehmerInnen ratifiziert werden müssen. Falls Geltungsansprüche akzeptiert werden, werden sie dem gemeinsamen Hintergrundswissen zugeordnet und erhalten den Status einer pragmatischen Präsupposition, während im Falle eines Nicht-Akzeptierens über deren Validität verhandelt werden muss. Da InteraktionsteilnehmerInnen nicht nur durch Rationalität und Intentionalität, sondern auch durch deren spezifische Geschlechtsidentität definiert sind, muss das Phänomen der Geschlechtsidentität als diskurskonstituierend eingestuft werden. Doch wo ist das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht angesiedelt? Wie bereits dargestellt, ist es im Rahmen der sozialen Welt verankert und folglich bei einer oberflächensprachlichen Repräsentation an diesbezügliche soziokulturelle Konventionen gebunden, welche ebenfalls im Diskurs verhandelt werden. Aus diesem Grund ist dem Konstrukt Geschlecht der Status eines Kontextfaktors zuzuschreiben, der sowohl explizit als auch implizit oberflächensprachlich realisiert werden kann, wie u.a. durch die aus dem Korpus entnommenen direkten Benennungen Frau, Mädchen oder Physikerin oder implizit durch die Prädikationen tratschend, kichernd oder mit zarter Hand im Labor experimentierend bzw. mit (m)einer Piepsstimme. Ferner kann das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht auch kombinatorisch, z.B. als ich als Frau repräsentiert werden, wobei die deiktische Form ich auf die diskursgestaltende Interaktionsteilnehmerin, d.h. die Sprecherin, referiert, während das Syntagma als Frau auf das Geschlecht der textimmanenten Diskursidentität verweist und dadurch die Sprecherin mit diesem soziokulturellen Konstrukt verbindet. Während das Syntagma ich als Frau primär auf die Geschlechtsidentität der Interaktionsteilnehmerin referiert und diese fokussiert, wird bei der Kombination ich als + Beruf-in, wie z.B. ich als Ingenieurin, sowohl die Berufs- als auch die Geschlechtsidentität der Sprecherin zum Ausdruck gebracht.

Im Rahmen des Kommunikationsakts Plus/Minus-Geltungsproblematisierung kann die Geschlechtsidentität der Diskursidentität

  • implizit durch geschlechtsspezifisches Verhalten, d.h. Lautstärke, Tonhöhe, Körpersprache oder Argumentationsformen, wie tratschen, gackern oder emotional argumentieren

  • oder
  • explizit durch Benennungen, wie Frau oder Mädchen

  • realisiert werden, während die Berufsidentität der Diskursidentität, falls diese erfolgreich kommuniziert werden soll, nur explizit durch Benennungen, wie Physiker, PhysikerIn, Physikerin oder weiblicher Physiker, repräsentiert werden kann.

    Im Gegensatz zur textimmanenten Kategorie der Diskursidentität ist die Metakategorie der Interaktionsteilnehmerin aktiv in den Kommunikationsverlauf involviert und somit diskursgestaltend, wobei sie aber ebenfalls dem Phänomen der Ratifizierung unterliegt. Die Geschlechtsidentität der InteraktionsteilnehmerIn kann nun

  • implizit durch geschlechtsspezifisches Verhalten, wie u.a. Lautstärke, Tonhöhe, Körpersprache oder Argumentationsformen

  • oder
  • explizit durch Benennungen, wie u.a. geschlechtsspezifisches Anredeverhalten

  • realisiert werden. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Geschlechtsidentität der InteraktionsteilnehmerIn im Gegensatz zur Geschlechtsidentität der Diskursidentität aufgrund permanent wahrnehmbarer auditiver und visueller Geschlechtsmerkmale in face-to-face Interaktionen omnipräsent ist. Die Berufsidentität der InteraktionsteilnehmerIn kann wiederum nur erfolgreich durch explizite Benennungen kommuniziert werden und ist daher im Gegensatz zur Geschlechtsidentität nicht omnipräsent. Hierbei ist von Interesse, dass für das Deutsche zwischen der Geschlechtsidentität und der Berufsidentität keine grammatikalische Kongruenz bestehen muss, da dem Maskulinum auch die sogenannte generische Funktion zugeschrieben wird. Neben expliziten und impliziten oberflächensprachlichen Realisierungen können die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf auch metakommunikativ erörtert werden.

    Während eine explizite Repräsentation der soziokulturellen Konstrukte Beruf und Geschlecht an direkte Benennungen geknüpft ist, wird eine implizite Repräsentation durch Andeutungen, Illustrationen und stereotypisches Verhalten zum Ausdruck gebracht. Im folgenden Kapitel soll nun diskutiert werden, wie diese Konstrukte in unserem Korpus oberflächensprachlich repräsentiert werden, in welchen Kontexten die Teilnehmerinnen auf ihre Geschlechtsidentität und in welchen Kontexten sie auf ihre Berufsidentität referieren. Ferner soll untersucht werden, wie sie auf diese sozialen Konstrukte referieren und welche Einstellungen hierbei zum Ausdruck kommen.
     

    5 Kommunikative Strategien zur sprachlichen Repräsentation von Geschlechts- und Berufsidentität

    Wenn Menschen miteinander kommunizieren, tauschen sie sowohl propositionale wie auch interpersonale und soziale Informationen aus. Während erstere in der Regel sowohl durch direkte als auch indirekte Sprechhandlungen zum Ausdruck gebracht werden, kommen letztere durch soziale Indexe bzw. durch nonverbales Verhalten zum Ausdruck. Diese Dichotomie zwischen 'zum Ausdruck bringen' und 'zum Ausdruck kommen' wird von Goffman als information given bzw. als information given off (1974:134) bezeichnet, wobei Sprachgemeinschaften für beide Arten der Informationsvermittlung spezifische kommunikative Strategien, wie u.a. konventionalisierte indirekte Sprechhandlungen, zur Verfügung stellen. Im folgenden sollen kommunikative Strategien zur Repräsentation des soziokulturellen Konstrukts Geschlecht sowie Abgrenzungsstrategien zu anderen sozialen Identitäten, vor allen jedoch dem Konstrukt Beruf, diskutiert werden, die im Rahmen einer Korpusanalyse bestehend aus 6 strukturierten Gruppendiskussionen identifiziert wurden, innerhalb derer Frauen aus den Berufsfeldern Naturwissenschaft und Technik ihre berufliche und persönliche Situation erörtert haben. Welche kommunikativen Strategien verwenden diese Frauen? Bevorzugen sie die die Geschlechtsidentität explizierenden oder die die Geschlechtsidentität implizierenden Varianten, d.h. die generischen und neutralen Formen, da ihre weibliche Geschlechtsidentität schon anderweitig, wie z.B. visuell oder durch geschlechtsspezifisches Anredeverhalten oder Namensnennung, realisiert ist? Und welche kommunikative Signifikanz kommt einer expliziten bzw. einer impliziten Variante zu?

    Die bei dieser Untersuchung zugrundegelegte Voraussetzung, dass Intentionalität sowohl bei der Sprachproduktion und Sprachinterpretation wie auch bei der Sprechhandlungsebene verankert ist, erlaubt die Schlussfolgerung, dass InteraktionsteilnehmerInnen gezielt eine sprachliche Variante aus einem Set möglicher, miteinander konkurrierender Möglichkeiten wählen. Für die oberflächensprachliche Repräsentation von Geschlecht heißt das, dass das deutsche Sprachsystem es ihnen ermöglicht, ihre Geschlechtsidentität explizit durch eine Prädikation, wie z.B. als ich bin eine Frau oder ich bin ein Mann, als auch als festes Syntagma, d.h. als ich als Frau oder ich als Mann, zu repräsentieren. Sie können aber auch implizite Varianten wählen, wie geschlechtsspezifische Lautstärke, Tonhöhe, Argumentationsform oder Körpersprache. Demgegenüber kann die Berufsidentität nur explizit durch direkte Benennungen realisiert werden, wobei im Deutschen das weibliche Geschlecht der Berufsausübenden explizit markiert werden kann durch das Suffix -in, wie in Physikerin, Wissenschaftlerin oder Studentin, und durch die Attribuierung weiblich, wie in weiblicher Physiker, weibliche Angehörige, weibliche Studierende oder weibliche Wissenschaftler. Für die feministische Linguistik ist hierbei von Interesse, dass der maskulinen Berufsform zusätzlich die generische Funktion zugeschrieben wird. Im Rahmen der linguistischen Variation heißt das, dass InteraktionsteilnehmerInnen für die oberflächensprachliche Repräsentation des soziokulturellen Konstrukts Geschlecht sowohl eine explizite als auch eine implizite Variante wählen können. Hierbei kann bei einer kombinatorischen Realisierung der Konstrukte Beruf und Geschlecht die Berufsidentität die Geschlechtsidentität sowohl implizieren als auch explizieren. Während das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht sowohl explizit als auch implizit realisiert werden kann, kann Beruf nur bedingt implizit realisiert werden, da Berufsfelder zwar beschrieben, die konkreten Tätigkeiten jedoch nur angedeutet werden können. So kann eine Tätigkeit wie ich arbeite in einem Labor sowohl die Berufe ChemikerIn, technische AssistenIn wie auch RaumpflegerIn beinhalten. Wie verwenden nun die Diskussionsteilnehmerinnen diese im Deutschen zur Verfügung stehenden sprachlichen Mittel, und wie und wann drücken sie damit ihre Geschlechts- bzw. Berufsidentität aus?

    Die Diskussionsteilnehmerinnen verweisen nicht nur explizit und implizit auf ihre Geschlechtsidenität, sondern sie erörtern diese auch metakommunikativ wie in (1):

    (1) vor allen dingen dann hab ich dann auch noch nicht so eine laute stimme gehabt und natürlich vom tonfall war das auch ein bisschen anders ist dann schon aufgefallen und dann gab es auch schon dementsprechend lästerungen

    Diese Teilnehmerin berichtet hier von ihren persönlichen Erfahrungen beim Studium der Physik und thematisiert das Phänomen der geschlechtsspezifischen phonologischen Realisierung hinsichtlich Tonhöhe und Lautstärke, wobei von Interesse ist, dass diese implizite Realisierungsvariante von Geschlecht, die mit dem soziokulturellen Konstrukt Beruf konfligiert, dem Negativkontext Lästerungen zugeordnet wird. Mit anderen Worten: die weibliche Geschlechtsidentität wird hier als markiert im Sinne der Funktionalen Grammatik (Givón 1993) und somit als ungewöhnlich, wenn nicht sogar als abweichend, eingestuft. Neben dieser impliziten Realisierung von Geschlecht wird auch von der sogenannten grammatikalisierten Weiblichkeit veranschaulicht durch (2) nur bedingt Gebrauch gemacht:

    (2) mein name ist christine, ich komme von der TU darmstadt, bin dort wissenschaftliche mitarbeiterin

    Hingegen wird sehr häufig, wie in (3), das generische Maskulinum verwendet:

    (3) wissenschaftler - student

    Relativ selten ist die parallele Verwendung von der weiblich markierten und der generischen Form in (4) und der Doppeltmarkierung in (5):

    (4) also die meisten frauen der meinen kolleginnen ich hab ja relativ wenige und die meisten sind auch informatiker und kein elektrotechniker

    (5) weibliche mitarbeiterin

    Die Distribution der grammatikalisierten Weiblichkeit ist vor allem auf dem Hintergrund des Phänomens der linguistischen Variation von Interesse, das es den Interaktionsteilnehmerinnen prinzipiell freistellt, ihre weibliche Geschlechtsidentität im Rahmen der oberflächensprachlichen Realisierung der Berufsidentität als Suffix -in oder als Attribuierung weiblich zu markieren. Stehen nun den Interaktionsteilnehmerinnen noch weitere sprachliche Mittel zur Verfügung, um auf die soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf zu referieren? Die wohl am stärksten konventionalisierte Form, mit Hilfe derer Geschlecht oberflächensprachlich realisiert wird, besteht - zumindest im deutschsprachigen Raum - in der Nennung von Eigennamen, d.h. Vorname bzw. Titel + Nachname, wobei erstere zusätzlich mit der Anredeform Titel kombiniert werden können. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass eine explizite Namensnennung im allgemeinen nur in der Eröffnungs- und Beendigungsphase des Diskurses stattfindet. Anderweitige Namensnennungen sind in der Regel an spezifische kommunikative Strategien wie u.a. Aufforderungen oder Widerspruchssequenzen geknüpft. Im Mittelteil wird auf die InteraktionsteilnehmerInnen im Dienste des sprachlichen Ökonomieprinzips wie auch im Einklang mit der Grice'schen Kooperationsprinzip und der Konversationsmaxime der Quantität: The category of QUANTITY relates the quantity of information to be provided, and under it fall the following maxims: 1. Make your contribution as informative as is required (for the current purpose of exchange). 2. Do not make your contribution more informative than is required (1975:45) in der Regel mit Proformen referiert. Sollte in diesem Teil dennoch mit informativeren Referenzen als erforderlich auf die InteraktionsteilnehmerInnen referiert werden, so lösen diese Referenzen eine konversationelle Implikatur aus, deren kommunikative Bedeutung über die konkrete Anredeform, Namensnennung oder Referenz hinausgeht. Das heisst konkret, sind InteraktionsteilnehmerInnen mit ihrem Namen eingeführt, wird später auf sie mit deiktischen Proformen wie ich, du / Sie oder er / sie / es verwiesen. Eine weitere Möglichkeit, auf die sozialen Indexe Beruf und Geschlecht zu referieren, ist durch die Verwendung von festen Syntagmen gegeben, welche - je nach kommunikativer Intention - durch weitere Attribuierungen spezifiziert werden können:

    (6) als bewusste frau - als einzige frau - als weiblicher ingenieur

    Welche Funktion kommt nun diesen festen Syntagmen zu? In der Regel fungieren sie als soziale Indexe, d.h. sie verweisen auf die sozialen Konstrukte Beruf und Geschlecht und implizieren hierbei deren Validität für den aktuellen Diskurs. Sollten sie jedoch von den Kommunikationspartnern problematisiert werden, initiiert diese Geltungsproblematisierung einen rationalen Normendiskurs über deren Validität.

    Zusammenfassend läßt sich sagen, dass das sprachliche Inventar es den InteraktionsteilnehmerInnen ermöglicht, sich als eine relativ geschlechtslose Diskursidentität Individuum, also als unmarkiertes ich, oberflächensprachlich zu repräsentieren. Sie können aber auch weiblich oder beruflich markierte sprachliche Formen auswählen und dadurch ihre dualen, wenn nicht sogar multiplen sozialen Identitäten sowohl indexikalisch wie in (7) und (8) als auch explizit wie in (9) zum Ausdruck bringen:

    (7) ich als frau - mich als ko-referent - ich war ein ganz normaler ingenieur

    (8) ich als frau als wissenschaftlerin

    (9) und du wirst nicht nur lernende an der universität sondern du bist auch persönlichkeit und und gut wir sind alle persönlichkeiten egal in welchem semester aber du bist

    Diese primär oberflächensprachlich orientierte Betrachtungsweise soll nun durch qualitative Aspekte ergänzt werden, wobei die Frage, in welchen Kontexten sich die Interaktionsteilnehmerinnen als sogenannte neutrale Individuen repräsentieren, und wann und wo die Geschlechts- und Berufsidentität explizit markiert wird, im Vordergrund stehen soll.

    Es wurde bereits aufgezeigt, dass die Geschlechtsidentität in der Regel zu Beginn des Diskurses als explizit oder implizit realisierter Geltungsanspruch repräsentiert wird. Wird dieser von den InteraktionsteilnehmerInnen ratifiziert und akzeptiert, kommt ihm der Status einer kontextuellen Präsupposition zu, was zur Folge hat, dass er nicht weiter expliziert werden muss. Welche Funktion kommt hierbei der Explizierung der Geschlechtsidentität im Mittelteil zu, in dem eine explizite Realisierung eigentlich redundant ist? Wie thematisieren die Diskussionsteilnehmerinnen ihre sozialen Identitäten zu diesem Zeitpunkt und was wollen sie dabei zum Ausdruck bringen? Wie aus Belegstellen (10) - (13) ersichtlich wird, verwenden sie in der Regel feste Syntagmen wie als frau, die auf das soziokulturelle Konstrukt Geschlecht verweisen:

    (10) wenn man als frau irgendwo hingeht

    (11) und als frau wird erst mal unterstellt

    (12) und noch mal die reflektion jetzt als frau in der minderheit zu sein

    (13) dass man als frau immer als zweite ware gehandelt wird

    Sofern diese sozialen Indexe mit einer neutralen Entität wie man kombiniert bzw. ohne expliziten Agens realisiert werden, lösen sie einen Inferierungsprozess aus, der die folgende Schlussfolgerung beinhaltet: Männer und Frauen führen die hier dargestellten Handlungen unterschiedlich aus, wobei der zum Ausdruck gebrachte Unterschied nicht unbedingt negativ zu bewerten ist, wie dies bei (13) der Fall ist.

    Trifft diese dichotome Interpretation auch auf soziale Indexe, die auf das Konstrukt Beruf verweisen, wie z.B. als Ko-Referent oder als Ingenieur, zu? Wie Geschlechtsindexe lösen auch Berufsindexe Inferenzen aus, die Unterschiede zwischen den Handlungsausführungen verschiedener sozialer Akteure betreffen. Diese sind jedoch nicht im Rahmen der Geschlechterdichotomie angesiedelt, sondern in unterschiedlichen soziokulturellen Berufsfeldern und den damit assoziierten gesellschaftlichen Bewertungen, d.h. ein Haus wird als Architekt auf eine andere Art und Weise als als Maurer oder als Bauingenieur gebaut.

    InteraktionsteilnehmerInnen haben jedoch nicht nur die Möglichkeit, das Geschlecht der Diskursidentität auszudrücken. Vielmehr können sie ihr eigenes Geschlecht mit dem sozialen Index als frau - bzw. als Mann - markieren wie in (14) und (15):

    (14) und das fällt mir als frau in gewisser weise leichter

    (15) wie ich den job den ich gern haben will auch bekommen kann ja auch als frau bekommen kann

    Hierbei ist von Interesse, dass sich in (15) bereits ein Konflikt zwischen Berufs- und Geschlechtsidentität andeutet, da die betreffende Diskussionsteilnehmerin nicht nur den job bekommen, sondern den job als frau bekommen will, was auf geschlechterspezifische Berufschancen und Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt der Berufsfelder Naturwissenschaft und Technik verweist (Berg-Peer 1981; Hausen & Nowotny 1986; Kosuch 1994). Die InteraktionsteilnehmerInnen können nicht nur indexikalisch mit der Proform ich auf sich referieren, sondern auch relativ explizit wie in (16), wo eine Interaktionsteilnehmerin nicht nur auf die Geschlechterdichotomie, sondern auch auf die dahinterstehenden soziokulturellen Konstrukte verweist, und (17):

    (16) hat man da schwierigkeiten hat frau auch da schwierigkeiten akzp die gleiche akzeptanz zu finden wie männer das mag aber auch an meiner person liegen

    (17) von meiner persönlichen situation her als frau

    Welche Funktion ist nun dieser dualen Orientierung der Interaktionsteilnehmerinnen zuzuschreiben? Einerseits referieren sie auf das soziale Konstrukt Geschlecht und bringen so die damit verbundenen Geschlechterdifferenzen zum Ausdruck, wobei das Konstrukt weibliches Geschlecht in (16) wiederum einem Negativkontext zugeordnet wird. Andererseits signalisieren sie, dass sie sich mit ihrem Geschlecht identifizieren, was auf konfligierende Geschlechts- und Berufsrollenanforderungen verweist. InteraktionsteilnehmerInnen können den hier zum Ausdruck gebrachten Grad an Identifizierung noch intensivieren, wenn sie nicht nur auf sich als Individuum, sondern auf sich als Kollektiv mit der Proform wir verweisen:

    (18) dass wir frauen angequatscht werden

    (19) was uns frauen im prinzip fehlt

    Von Interesse ist hierbei, dass diese in (18) und (19) zum Ausdruck gebrachten Solidaritätskundgebungen (Adamzik 1984) in dem dieser Untersuchung zugrundegelegten Korpus nur in Negativkontexten auftauchen und somit wiederum potentielle Konflikte signalisieren, die die InteraktionsteilnehmerInnen zu lösen haben.

    Finden sich noch weitere Hinweise auf solche Konflikte bei unseren Diskussionsteilnehmerinnen? Zum einen finden wir relativ explizite Abgrenzungsstrategien zur weiblichen Geschlechtsidentität wie in (20) und (21):

    (20) ich habe mich selber nie in einer sonderrolle gefühlt mit meinem studiengang also ich persönlich nicht

    (21) ganz viele andere frauen lassen sich da wahrscheinlich abschrecken denk ich

    Hier grenzen sich die Interaktionsteilnehmerinnen von der traditionellen Frauenrolle indirekt ab, um dadurch eine relativ explizite Ich-Nähe zur Berufsrolle und somit zur Technik zum Ausdruck zu bringen, die bei den anderen Frauen, d.h. den Frauen, die sich über die traditionelle Frauenrolle definieren, fehlt. Die Syntagmen ich persönlich in Kombination mit der Negationsform nicht bzw. der impliziten Negationsform ganz viele andere signalisieren, dass sich die Interaktionsteilnehmerinnen in ihrem Berufsfeld aufgrund der dort existierenden Unterrepräsentation von Frauen zwar nicht andersartig fühlen, dass dies aber sehr wohl für andere Frauen zutrifft; sie stufen sich folglich als untypisch, d.h. als besondere Frau, ein.

    Zum anderen finden wir sehr viele generische Formen wie in (22) und (23), welche jedoch nicht als unmarkiert einzustufen sind. Vielmehr wird hier die Geschlechtsidentität der Interaktionsteilnehmerinnen aufgrund des Phänomens der visuellen Omnipräsenz präsupponiert, wobei bei (23) zusätzlich noch ein gewisser Grad an Ich-Nähe zum Berufsfeld Technik zum Ausdruck kommt:

    (22) mich als ko-referent

    (23) ich war ein ganz normaler ingenieur

    Eine Zuspitzung des Konfliktes zwischen den Konstrukten Geschlecht und Beruf finden wir in (24) und (25):

    (24) sondern die haben in mirden techniker gesehen und das hab also ich hab das leider nur erfahrungen mit amerikanern und schweden

    (25) gibt es da natürlich noch weniger frauen wie normal aber das war gar nicht vordergründig war ich für die gar nicht frau war ich ganz normal gefragt als meintechnisches wissen

    Hier tilgen die Interaktionsteilnehmerinnen ihre Geschlechtsidentiät explizit. Das heißt, es findet ein explizites undoing gender statt, bei dem die Geschlechtsidentität der Berufsidentität geopfert wird.
     

    6 Schlussbemerkung

    Eine Untersuchung der oberflächensprachlichen Realisierung der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Beruf ist relativ problematisch in einem traditionellen Kommunikationsmodell, da hier in der Regel nicht zwischen einer diskursgestaltenden und einer textimmanenten Kategorie differenziert wird. Aber gerade diese Differenzierung ist von großer Relevanz, wenn die sprachliche Repräsentation von soziokulturellen Konstrukten im Diskurs untersucht werden soll. Die aus dieser dualen Orientierung resultierende Differenzierung in die Geschlechtsidentität der InteraktionsteilnehmerInnen und die Geschlechtsidentität der textimmanenten Kategorie der Diskursidentität hat sich als äußerst fruchtbar erwiesen, da hier nicht nur intraindividuelle Differenzen, sondern auch die vom Individuum strategisch eingesetzten sprachlichen Mittel für eine oberflächensprachliche Realisierung von Beruf und Geschlecht untersucht werden können. Die von Barrie Thorne (1997) postulierte Kontextabhängigkeit des sozialen Konstrukts Geschlecht konnte also bestätigt werden.

    Im Rahmen der Linguistik sind nicht nur die expliziten und indexikalischen sprachlichen Mittel von Interesse, sondern auch deren kommunikative Signifikanz, da die oberflächensprachliche Realisierung dieser auf die Geschlechtsidentität verweisenden sprachlichen Indikatoren deren Problematisierung hinsichtlich der Geschlechterdifferenzen signalisiert. Referenzen auf die Berufsidentität hingegen verweisen auf das soziokulturelle Konstrukt der betreffenden Berufsfelder, wobei sie diese jedoch nur spezifizieren.

    Diese Analyse der oberflächensprachlichen Realisierung der Geschlecht und Beruf hat sich auf gleichgeschlechtliche Interaktionen beschränkt, da hier von der Voraussetzung ausgegangen wurde, dass in einem geschlechtshomogenen Kontext weibliche Geschlechtsidentitäten offener und weniger inszeniert rekonstruiert werden. Unter thematisch-inhaltlichen Gesichtspunkten haben sich diese Erwartungen erfüllt, da die Teilnehmerinnen zum Teil von sehr persönlichen Erfahrungen berichteten. Die Beobachtungen über die indexikalischen und expliziten Referenzen auf die weibliche Geschlechtsidentität sind also wahrscheinlich auch durch diesen spezifischen Diskurskontext mit beeinflusst. Das heißt, es bleibt zu prüfen, ob in gemischtgeschlechtlichen Diskussionen weniger oder andere Referenzen auf die Geschlechtsidentität erfolgen.
     

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