Linguistik online  11, 2/02

Ehefrau Vreni haucht ihm ins Ohr...

Untersuchung zur geschlechtergerechten Sprache und zur Darstellung von Frauen in Deutschschweizer Tageszeitungen

Regula Bühlmann (Bern)



1 Vorwort

Offensichtliche Sexismen in den Zeitungen sind heute zu einem grossen Teil verschwunden: Texte über "unsere Skimädchen", "attraktive Jungpolitikerinnen" [1], usw. können zum Glück kaum noch gefunden werden.

Doch steht der Sexismus in Tageszeitungen denn wirklich kurz vor dem Aussterben oder hat er sich nur von der Oberfläche zurückgezogen und wirkt im Untergrund weiter? Dass die Gleichstellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft noch nicht endgültig erreicht ist, bestreitet wohl niemand. Doch versuchen Zeitungen, die täglich von Tausenden von Leuten gelesen werden, zumindest sprachlich etwas an diesen Zuständen zu ändern? Oder bewirken sie gerade das Gegenteil und zementieren stereotype und sexistische Vorstellungen mit sprachlichen Formulierungen noch mehr? Wie die Situation diesbezüglich in der deutschen Schweiz aussieht, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Das analysierte Material und die Fragestellungen werden in der Einleitung kurz vorgestellt.

 

2 Einleitung

Für meine Untersuchung habe ich drei Tageszeitungen ausgewählt, die in der ganzen Deutschschweiz gelesen werden. Diese sind der Blick mit einer Auflage von 314'179, die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) mit einer Auflage von 169'118 und der Tages-Anzeiger (TA) [2] mit einer Auflage von 279'912 Exemplaren. Für die Untersuchung standen mir die Ausgaben der zweiten Hälfte des Jahres 2000 zur Verfügung. Ich habe daraus diejenigen des 7. Tages der Monate Juli bis Dezember ausgewählt. Aus diesen Ausgaben analysiere ich jeweils den ersten Artikel im Ressort Ausland und den ersten Artikel im Ressort Inland. Diese konnten auf der ersten Seite beginnen, mussten aber dann zwingend auf derselben oder der nächsten Seite weitergeführt werden, eine blosse Einführung in ein Thema, das weiter hinten in der Zeitung breiter behandelt wird, wurde nicht berücksichtigt. Fotos, Interviews und Kommentare werden nicht untersucht. Das so erhaltene Korpus besteht aus 36 Artikeln.

An diese Artikel werden folgende Fragen gestellt:

Es soll auch untersucht werden, ob es bei der Beantwortung dieser Fragen einerseits zwischen Inland- und Auslandressort, andererseits zwischen den verschiedenen Tageszeitungen Unterschiede gibt. Besonders interessant ist zu sehen, ob der Tages-Anzeiger sein Leitbild,[4] das eine Diskriminierung verbietet, erfolgreich umzusetzen vermag oder nicht.

 

3 Redaktionsinterne Richtlinien: Neue Zürcher Zeitung, Blick und Tages-Anzeiger

Die Frage nach redaktionsinternen Richtlinien für eine geschlechtergerechte Sprache wurde von der Blick- Redaktion sowie von der Redaktion der NZZ mit einem "Nein" beantwortet. Die Redaktion des Tages-Anzeigers dagegen verfügt über ein Leitbild,[5] das auch das Problem der Diskriminierung anspricht:

"Der 'Tages-Anzeiger' trägt also zur Meinungsbildung in der Schweiz bei. Die Haltung der Zeitung muss nicht mehrheitsfähig sein, aber sachlich fundiert und nachvollziehbar sein. Dies setzt eine klare Optik voraus - und eine faire Dramaturgie, ohne künstliche Personalisierung oder Emotionalisierung, ohne Häme und unsachliche Provokation, ohne gewollte oder ungewollte Diskriminierung. Glaubwürdigkeit in der Sache verlangt Glaubwürdigkeit im Stil." (Leitbild des TA)

Daniel Perrin von der Tages-Anzeiger-Redaktion schreibt dazu:

"Da eine geschlechter-ungerechte Sprache das eine oder andere Geschlecht, meist aber das eine, diskriminiert, umfasst die Leitvorstellung einer Sprache 'ohne gewollte oder ungewollte Diskriminierung' Geschlechtergerechtigkeit.
Verstösse gegen diese Leitvorstellungen kommen vor. Wir diskutieren sie in der Sprachkritik, die dreimal wöchentlich (Di, Mi, Do) alle Redaktionen erreicht.
Regelmässige plumpe Verstösse stelle ich bei uns nicht fest, der 'Tages-Anzeiger' war eine der ersten grossen Tageszeitungen, deren Redaktion bewusst nach geschlechtergerechten praktikablen Formulierungen und Textsettings suchte, und dieses Bewusstsein hat sich gehalten - zusammen mit dem Anspruch, nicht-diskriminierende Sprache selbstverständlich zu leben, statt mit markierten Formen zu provozieren" (aus einem E-mail vom 6. Februar 2001 an die Verfasserin)

Es soll im Folgenden überprüft werden, ob der Tages-Anzeiger - dank diesem Leitbild - eine geschlechtergerechtere Sprache anwendet als die anderen zwei Zeitungen.

 

4 Personenbezeichnungen

4.1 Verwendung von Personenbezeichnungen: Generisches Maskulinum oder Alternativen?

Im Folgenden werden nur Personenbezeichnungen besprochen, welche entweder im Singular auf eine Person unbestimmten Geschlechts oder im Plural auf eine gemischtgeschlechtliche Gruppe referieren, sowie geschlechtseneutrale und -abstrakte Personenbezeichnungen. Der Kontext liefert häufig nicht nur bei geschlechtsneutralen oder -abstrakten Ausdrücken keine genauen Hinweise darauf, welchen Geschlechts die bezeichnete Person ist, beziehungsweise, ob die bezeichnete Personengruppe gemischtgeschlechtlich ist oder nicht: oft ist dies auch beim generischen Maskulinum der Fall. In dieser Ungenauigkeit liegt für mich, neben der offensichtlichen Ungerechtigkeit, eines der Hauptprobleme des generischen Maskulinums. Unter den 632 hier ausgewerteten Personenbezeichnungen befinden sich also auch generische Maskulina, von denen anzunehmen ist, dass tatsächlich grammatisches und natürliches Geschlecht übereinstimmen, obschon der Kontext keine weiteren Hinweise dazu liefert. Solche unklaren Fälle sind Thema des Kapitels 4.3.

Die Personenbezeichnungen werden in dieser Arbeit in vier Kategorien eingeteilt:

  1. Doppelformen (auch Paarformen oder Beidnennung genannt, z.B. die Aerztinnen und Aerzte): Sind am geschlechtergerechtesten, da sie auch die Frauen ausdrücklich erwähnen. Wenn sie in einem Text zu oft vorkommen, können sie schwerfällig wirken.
  2. Geschlechtsneutrale und -abstrakte Formen (z.B. die Studierenden, der Säugling) : Auch sie sind geschlechtergerecht, da ihr grammatisches Geschlecht nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun hat
  3. Institutions- und Kollektivbezeichnungen (z.B. die Regierung) : Sind zwar meistens geschlechtergerecht, dies aber nur solange, als sie kein generisches Maskulinum als Komponente haben (wie z.B. Ärzteteam). Eine ideale Lösung sind sie m.E. nicht, da sie nicht mehr auf Individuen referieren und deshalb unpersönlich werden.
  4. Generisches Maskulinum (z.B. die Patienten, wenn auf Männer und Frauen referiert werden): Die maskuline Form lässt ausschliesslich an Männer denken, Frauen sind nicht erwähnt und werden so oft vergessen. Ausserdem können die LeserInnen dem Kontext oft nicht entnehmen, ob ein Maskulinum generisch zu verstehen ist oder ob damit nur auf Männer referiert wird.

Die Zuteilung der einzelnen Bezeichnungen in die Kategorien war nicht immer eindeutig, so wurde der Ausdruck Lehrerinnen- und Lehrerschaft einerseits den Institutions- und Kollektivbezeichnungen zugeordnet, andererseits aber auch den Paarformen. Dies ist aber die einzige Personenbezeichnung, die zwei Kategorien zugeteilt ist.

Insgesamt 46,4% der gefundenen Personenbezeichnungen sind Institutions- und Kollektivbezeichnungen. Davon sind alleine 87 Parteienbezeichnungen. Den zweitgrössten Anteil machen die generischen Maskulina mit 32,6% aus. An dritter Stelle stehen die geschlechtsneutralen und -abstrakten Bezeichnungen mit 19,1%, während die Paarformen mit 1,9% nur einen verschwindend kleinen Anteil der Personenbezeichnungen ausmachen. Einmal ist eine Doppelform in einem Zitat zu finden, nämlich wenn der jurassische Wirtschaftsminister Jean-François Roth von Bürgerinnen und Bürgern spricht (TA, 7.9.2000:2), ein anderes Mal ist sie Teil der Bezeichnung Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (TA, 7.11.2000:13), die wahrscheinlich so schon gebräuchlich ist und von den Bezeichneten selbst so verwendet wird. Der "gute Wille" liegt in diesen zwei Fällen also nicht bei der Redaktion sondern im ersten Fall beim Zitierten, im zweiten Fall bei den Ärztinnen und Ärzten, die sich selbst so bezeichnen. Kurzformen für die Doppelform (wie z.B. LehrerInnen) werden in keiner der Zeitungen verwendet.

Die obige Reihenfolge verändert sich etwas, wenn nicht die gesamte Anzahl der Personenbezeichnungen ausschlaggebend ist, sondern die Anzahl unterschiedlicher Personenbezeichnungen (das heisst, eine Personenbezeichnung wie z.B. Jugendliche, die acht Mal verwendet wurde, wird trotzdem nur einmal gezählt): Im ganzen kommen in den untersuchten Artikel 261 verschiedene Personenbezeichnungen vor. Davon sind über 46,7% generische Maskulina, und nur 31% sind Institutions- und Kollektivbezeichnungen. Es folgen die geschlechtsneutralen und -abstrakten Bezeichnungen mit 18,4%, und nach wie vor stehen die Doppelformen mit 3,8% Bezeichnungen am Schluss. Es scheint bei den generischen Maskulina eine grössere Vielfältigkeit von gebräuchlichen Personenbezeichnungen zu geben als bei den geschlechtergerechten Alternativen. Möglicherweise wollen die Redaktionen den Leserinnen und Lesern auch keine gewagten Neuschöpfungen und ungebräuchlichen Personenbezeichnungen zumuten und wagen sich deshalb bei geschlechtergerechten Personenbezeichnungen nicht zu weit auf phantasievolles Glatteis.

Wenden wir uns wieder der Gesamtzahl der Personenbezeichnungen zu, gibt es Unterschiede einerseits zwischen den Inland- und Auslandressorts der Zeitungen, andererseits zwischen den drei verschiedenen Zeitungen:[6]

In den Auslandartikeln sind die Anteile des generischen Maskulinums (39,0%) und der Institutions- und Kollektivbezeichnungen (38,7%) fast gleich gross, während in den Inlandartikeln mit 53,9% die Institutions- und Kollektivbezeichnungen vorherrschen, wahrscheinlich, weil vor allem hier viele Parteinamen fallen. Was geschlechtsneutrale/-abstrakte und Doppelformen angeht, gibt es zwischen den Inland- und Auslandartikeln keine grossen Unterschiede.

Der Blick ist die einzige der untersuchten Zeitungen, bei der im Inland- sowie im Auslandressort das generische Maskulium mit 43,9% vorherrscht. An zweiter Stelle stehen die geschlechtsneutralen/-abstrakten Personenbezeichnungen mit einem Anteil, der mit 37,4% grösser ist als bei den zwei anderen Zeitungen. Dafür werden Institutions- und Kollektivbezeichnungen in den Inland- wie Auslandartikeln kaum gebraucht (16,8%) und Doppelformen kommen nur gerade zweimal vor (1,9%).

Der TA hat von den drei Zeitungen den kleinsten Anteil an generischen Maskulina: von den 217 Personenbezeichnungen sind "nur" 26,4% generische Maskulina. In den Auslandartikeln ist zwar deren Anteil mit 36,7% nicht sehr viel tiefer als in den Auslandartikeln der NZZ, doch der Anteil generischer Maskulina in den Inlandartikeln ist mit 19,1% vergleichsweise niedrig. Mehr als die Hälfte der Personenbezeichnungen im TA sind Institutions- und Kollektivbezeichnungen, nämlich 53,3%. Diese werden in den Inlandartikeln wesentlich häufiger (62,5%) verwendet als in den Auslandartikeln (40,4%). Der Anteil der geschlechtsabstrakten/-neutralen Bezeichnungen liegt mit 17,6% zwischen dem des Blick und der NZZ, dafür ist der Anteil an Doppelformen (2,7 %) etwas höher als bei diesen.

Der Anteil generischer Maskulina in den NZZ-Artikeln liegt mit 34,1% zwischen dem des Blick und dem des TA. Der Anteil der Institutions- und Kollektivbezeichnungen ist mit 51,5% vergleichbar mit dem des TA. Wie beim TA werden im Inlandressort massiv mehr solche gebraucht als im Auslandressort. Der Anteil geschlechtsneutraler/-abstrakter Bezeichnungen liegt bei 13,3%, sie sind in den Auslandartikeln fast doppelt so häufig (16,5%) wie in den Inlandartikeln (8,5%). Doppelformen finden sich auch hier sehr wenig (1,1%), in keinem Auslandartikel wird eine solche gebraucht.

4.2 Passive Doppelformen - prestigeträchtige Maskulina

Bei den Personenbezeichnungen wird noch eine zweite, wertende Einteilung nach Prestige, Aktivität u.ä. vorgenommen. Eine solche Einteilung ist nicht immer eindeutig und deshalb auch nicht hundertprozentig exakt, doch sie zeigt einige interessante Tendenzen auf. Die Unterteilung erfolgt in folgende vier Kategorien:

  1. Prestige-Bezeichnungen: Bezeichnungen für Personen mit einem gewissen Prestige. Dies können politisch Tätige, WissenschaftlerInnen oder reiche Persönlichkeiten sein.
  2. Aktivitäts-Bezeichnungen: Bezeichnungen für Personen, deren Position zwar nicht überdurchschnittlich prestigeträchtig ist, die aber doch eine gewisse Aktivität an den Tag legen müssen, damit mit diesen Bezeichnungen auf sie referiert werden kann. Zu dieser Kategorie zähle ich zum Beispiel Lehrpersonen, Parteien, Arbeitende, usw.
  3. Passivitäts-Bezeichnungen: Bezeichnungen für Personen, die nichts oder nicht viel dafür tun müssen, um so bezeichnet zu werden. Sie können sich in vielen Fällen auch nicht freiwillig dafür oder dagegen entscheiden, eine so bezeichnete Person zu sein. Dazu gehören: Bevölkerung, Bürgerinnen und Bürger, Alte, Kinder, aber auch Eltern, SchülerInnen, usw.
  4. Bevölkerungsgruppen-Bezeichnungen: Bezeichnungen für Personen, die entweder geographisch einem bestimmten Gebiet entstammen oder politisch einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zugehören: Deutsche, St.GallerInnen, Staatenlose, AusländerInnen, usw.

Interessant ist nun zu sehen, wie sich diese vier wertenden Kategorien auf die oben ausgearbeiteten Kategorien der Personenbezeichnungen (Doppelformen, generisches Maskulinum, etc.) verteilen. Die Bevölkerungsgruppen-Bezeichnungen machen überall, ausser bei den Doppelformen den kleinsten Anteil aus. Es gibt nur gerade eine aktivitätsbezeichnende Doppelform, nämlich im Ausdruck Lehrerinnen- und Lehrerverband (Blick), der ja eigentlich eine Institutionsbezeichnung ist. Somit machen die Bezeichnungen von aktiven Personen mit 8,3 % den kleinsten Teil der Doppelformen aus. Dafür machen die Aktivitäts-Bezeichnungen den grössten Anteil sowohl der generischen Maskulina (45,1%) als auch der Institutions- und Kollektivbezeichnungen (55,6%) aus. An dritter Stelle stehen bei diesen zwei Kategorien die Passivitäts-Bezeichnungen.

Die Passivitäts-Bezeichnungen machen sowohl von den geschlechtsneutralen/-abstrakten Personenbezeichnungen als auch von den Doppelformen den grössten Anteil aus, nämlich 68,6% respektive 58,3%. Bei den geschlechtsabstrakten/-neutralen Bezeichnungen folgen an zweiter Stelle die Aktivitäts-Bezeichnungen (19,8%) und an dritter Stelle Prestige-Bezeichnungen (9,1%). Am seltensten sind auch unter ihnen Bevölkerungsgruppen-Bezeichnungen. Je 16,7% der Doppelformen sind Prestige- und Bevölkerungsgruppen-Bezeichnungen. Am seltensten sind hier Aktivitäts-Bezeichnungen.

Zwischen NZZ und TA bestehen bei diesem Aspekt keine grossen Unterschiede, ausser in der Tatsache, dass beim TA die geschlechtsneutralen/-abstrakten Formen hauptsächlich Passivitäts-Bezeichnungen sind (73,9%) während es bei der NZZ mehrheitlich Aktivitäts-Bezeichnungen (37,1%) sind.

Der Blick dagegen weicht vom Gesamtbild etwas ab: Während bei TA und NZZ total die Aktivitäts-Bezeichnungen vorherrschen, bevorzugt der Blick Passivitäts-Bezeichnungen. Sie bilden denn auch die Mehrzahl der generischen Maskulina wie auch der geschlechtsneutralen/-abstrakten Personenbezeichnungen (29,8% resp. 92,5%). Unter den Doppelformen sind je eine (50%) Aktivitäts- und eine Passivitäts-Bezeichnung zu finden. Und bei den Institutions- und Kollektivbezeichnungen machen die Prestige-Bezeichnungen mit 50% den Hauptanteil aus.

Zusammenfassend gesagt besteht die Tendenz, dass im sowieso schon sehr kleinen Anteil von Doppelformen der grösste Teil Passivitäts-Bezeichnungen sind. Von den zwei Prestige-Doppelformen ist eine die schon oben erwähnte Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, mit der sich diese wahrscheinlich selbst bezeichnen, und die andere Vizekanzler und Vizekanzlerin. So haben die Zeitungsredaktionen selber also Prestige-Bezeichnungen nur einmal als Doppelform gebraucht, während Passivitäts-Bezeichnungen gleich sieben Mal als Doppelform verwendet wurden. Es ist charakteristisch für die untersuchten Zeitungsartikel, dass viele Passivitäts-Bezeichnungen, von denen klar sein sollte, dass sie Frauen und Männer bezeichnen (zu den Alten gehören nun mal Frauen und Männer, und dass es in der Bevölkerung Bürgerinnen und Bürger gibt, dürfte ja wohl auch klar sein), als geschlechtergerechte Doppelformen oder als geschlechtsneutrale/-abstrakte Formen gebraucht wurden. Prestige- und Aktivitäts-Bezeichnungen dagegen sind oft eher unpersönliche und nicht immer geschlechtergerechte Institutions- und Kollektivbezeichnungen oder überhaupt nicht geschlechtergerechte generische Maskulina.

4.3 Klarheit und Genauigkeit: Sind nun Frauen mitgemeint oder nicht?

Dass mit dem generischen Maskulinum auf Männer und Frauen gleichermassen referiert wird, ist leider oft nicht der Fall. Häufig gibt es in den Zeitungsartikeln keine Hinweise darauf, ob ein Maskulinum generisch zu verstehen ist oder nicht. So ist bei einem Text immer klar, ob es darin um Männer geht oder nicht. Fast nie gibt ein Text, in dem nur das generische Maskulinum verwendet wird, aber Aufschluss darüber, ob es in ihm auch um Frauen geht oder ausschliesslich um Männer. Gerade wenn maskuline Prestige-Bezeichnungen verwendet werden, wird oft aus dem Kontext überhaupt nicht klar, ob tatsächlich Frauen mitbezeichnet werden, denn leider sind es in unserer Gesellschaft immer noch hauptsächlich die Männer, die prestigeträchtige Funktionen innehaben. Gerade deshalb scheint es mir extrem wichtig, dass Frauen, wo sie vorhanden sind, sichtbar gemacht werden. Hier der Anfang eines NZZ-Artikels, in dem dies nicht der Fall ist:

"Auftakt zum Millennium-Gipfel in New York. Eröffnungsansprache von Präsident Clinton.

In New York ist der Millennium-Gipfel der Uno, die bisher grösste Zusammenkunft von Staats- und Regierungschefs, mit einer Ansprache von Präsident Clinton eröffnet worden, der eine bessere Ausstattung der Vereinten Nationen forderte. Der russische Präsident Putin schlug eine Uno-Konferenz gegen die Militarisierung des Weltalls vor. [...]
Am Mittwoch ist in New York unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen die bisher grösste Konferenz von Staats- und Regierungschefs eröffnet worden. Der dreitägige Millennium-Gipfel, zu dem sich annähernd 160 Könige, Staatspräsidenten und Regierungschefs aus aller Welt einfanden begann mit einer traurigen Note. Uno-Generalsekretär Kofi Annan teilte mit, dass mindestens drei Uno-Mitarbeiter in Westtimor ermordet worden seien, und er forderte die Konferenzteilnehmer zu einer Schweigeminute auf. Der Millennium-Gipfel war aber ohnehin, wie seine Organisatoren immer wieder beteuert haben, nicht als Gala-Ereignis und Fototermin, sondern als Arbeitskonferenz konzipiert worden. Die Zusammenkunft biete eine ‚historisch einmalige Gelegenheit', Kriege, Armut und Umweltzerstörung entschiedener zu bekämpfen und die Uno im Hinblick darauf zu revitalisieren. Annan forderte die anwesenden Spitzenpolitiker mit Nachdruck auf, während der Konferenz klare Prioritäten und überprüfbare Ziele zu formulieren und diese Aufgaben auch sofort anzupacken." (NZZ, 7.9.2000: 1. Hervorhebungen von mir, R.B.)

Obwohl mit einem durchschnittlichen Weltwissen angenommen werden kann, dass unter diesen 160 Staats- und Regierungschefs wahrscheinlich auch einige Frauen zu finden sind, vermittelt einer dieser Text den Eindruck, dass es sich hier um eine Männerkonferenz handelt. Auch im weiteren Text wird mit keinem Wort eine Frau erwähnt, so dass man sich fragen muss, ob denn alle die existierenden Spitzenpolitikerinnen und Königinnen nicht am Millennium-Gipfel teilnehmen durften, oder ob sie nur aus Ökonomiegründen aus dem Text wegrationalisiert wurden. Letzteres ist wahrscheinlich der Fall.

Während beim Text über den Millenniumsgipfel noch angenommen werden darf, dass darin auch Frauen vorkommen - wenn auch im generischen Maskulinum versteckt -, gibt es unter den untersuchten Artikeln auch etliche, in denen überhaupt nicht klar wird, ob sich die Maskulina ausschliesslich auf Männer oder aber auf Männer und Frauen beziehen. Auch das Weltwissen eines durchschnittlichen Schweizer Menschen kann da nicht weiter helfen, es wären schon nähere Informationen nötig:

Typisch sind zwei Blick- Texte: Im ersten vom 7.7.2000 geht es um einen Busunfall, bei dem 26 Kinder einer spanischen Schulklasse starben. Auf die Kinder wird einerseits mit Schüler referiert, andererseits mit verschiedenen geschlechtsneutralen/-abstrakten Begriffen wie Jugendliche, Kinder, Tote und Verletzte. Es wäre anzunehmen, dass von einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe die Rede ist, wenn da nicht der Satz "Überlebende Buben schreien vor Schmerzen, eingeklemmt im völlig zerschmetterten Bus." (Blick, 7.7.2000: 2) stünde. Dieser Satz wirft bei den Lesenden Fragen auf: Waren in der Schulklasse nur Buben? Überlebten nur Buben? Oder waren es nur Buben, die vor Schmerzen schrien, weil die Mädchen entweder zu tapfer oder alle ohnmächtig waren? Diese Fragen würden in einem geschlechtergerechten Text nicht aufkommen.

Im zweiten Text (Blick, 7.8.2000: 1) geht es um ein Internat, in dem ein Lehrer Schüler (und evtl. auch Schülerinnen) misshandelt. Um auf diese zu referieren werden nur die Bezeichnungen Schüler und Lehrer gebraucht. Da die Schule ein Internat ist und nur männliche Schüler mit Namen genannt werden, ist anzunehmen, dass es sich um ein reines Jungen-Internat, in dem nur Männer unterrichten, handelt. Doch auch diese Annahme wird nirgends im Text bestätigt.

In einem weiteren Blick-Text mit dem Titel "Krebs! Saddam Hussein todkrank?", (Blick, 7.9.2000: 11) werden zwar die Nationalitäten von Husseins Ärzten, nicht jedoch ihr Geschlecht bekannt gegeben. Von diesen zwei möglichen Angaben - Nationalität und Geschlecht - hätte mich aber die verschwiegene - Geschlecht - mehr interessiert. Es wäre deshalb nützlich, wenn in solchen Texten Frauen wirklich nur mit dem Femininum bezeichnet würden. Es kann allerdings mit einiger Wahrscheinlichkeit aus dem Kontext (männlicher Regierungschef in muslimischem Land) geschlossen werden, dass es sich bei den Ärzten tatsächlich um Männer handelt.

Gerade in Kriegsberichterstattungen werden generische Maskulina mit grosser Wahrscheinlichkeit "männlich" interpretiert. [7] Nun ist zwar bekannt, dass sich in der Schweiz unter Soldaten auch Frauen finden können, aber bei Texten, die Situationen im Ausland beschreiben, wären nähere Angaben nötig:

In einem Text über Aufbauarbeiten nach dem Algerischen Bürgerkrieg (TA, 7.7.2000: 2) und in einem anderen Text über die Situation im Libanon (TA, 7.8.2000: 3) wird über Terroristen, Islamisten, Fanatiker, Elitesoldaten, Hizbollah-Aktivisten, Milizionäre, usw. geschrieben. Gerade in diesen Zusammenhängen wäre es interessant zu sehen, ob sich unter diesen auch Frauen befinden. Es ist keine Nebensächlichkeit, ob Frauen aktiv am Kriegsgeschehen beteiligt oder nur Opfer desselben sind. Doch gerade darüber verlieren der Autor und die Autorin dieser Texte kein Wort. Diese Fragen würden sich nicht stellen, wenn heute eine geschlechtergerechte Sprache üblich wäre, wenn also Frauen - wo vorhanden - auch genannt würden, und mit kleinem Aufwand wären mehr - eben nicht nebensächliche - Informationen in einem Text zu verarbeiten.

Es gibt aber noch andere Zusammenhänge als Kriegsberichterstattung, die das Maskulinum als "männlich" verstehen lassen. So steht in der Einleitung zu einem Bericht über den Kanton Jura der Satz "Jetzt zeigt der jüngste Stand der Schweiz mit einem kühnen Entwicklungsprojekt, dass der innovative Geist der Gründerväter weiterlebt." (TA, 7.9.2000: 2. Hervorhebung von mir, R.B.). Nun bin ich überzeugt, dass diesen Gründervätern auch viele Gründerinnenmütter zur Seite standen, die sicher auch das Ihre zur Gründung des Kantons Jura beigetragen haben. Genannt werden sie mit keinem Wort. Zudem verleitet das Wort Gründerväter - die geschlechtsspezifische Komponente -väter sorgt dafür, dass es nicht generisch verstanden werden kann - dazu, dass auch die später im Text folgenden Maskulina Vordenker und Visionäre, die sich auch auf GründerInnen des Juras beziehen, geschlechtsspezifisch männlich verstanden werden. Die Frauen sind unsichtbar gemacht worden.

Auch die Genauigkeit leidet zuweilen unter dem generischen Maskulinum. So wird die offizielle SVP-Bundesratskandidatin Rita Fuhrer in allen drei untersuchten Zeitungen in der Berichterstattung vom 7. Dezember 2000 mit ihrem Kollegen zu den offiziellen SVP-Kandidaten, anstatt dass sie richtig mit dem Femininum Kandidatin bezeichnet würde. Politik ist wieder einmal zum Männerspiel geworden... Dies geschieht auch, wenn zum Beispiel die SP plötzlich zu Sozialdemokraten wird, oder die CVP zu Christdemokraten (NZZ und TA). Dies sind gänzlich unnötige generische Maskulina, da hier die Parteienbezeichnungen (SP, CVP) zur Verfügung stehen würden.

4.4 Zusammenfassung

In allen drei Zeitungen werden Personenbezeichnungen selten als Doppelformen gebraucht. Am häufigsten werden Institutions- und Kollektivbezeichnungen gebraucht, im Inlandressort noch etwas mehr als im Auslandressort. Geschlechtsneutrale und -abstrakte Personenbezeichnungen werden relativ selten gebraucht. Der Blick verwendet am meisten generische Maskulina, dafür aber weniger Institutions- und Kollektivbezeichnungen als TA und NZZ. Der TA kann als am geschlechtergerechtesten bezeichnet werden, da er mit 26.4% generische Maskulina am wenigsten Gebrauch von diesen macht.

Während die generischen Maskulina und die Institutions- und Kollektivbezeichnungen vor allem auf Personen mit aktiven und prestigeträchtigen Funktionen bzw. Positionen referieren, werden mit Doppelformen und geschlechtsneutralen/ -abstrakten Formen mehrheitlich Personen bezeichnet, deren Funktion eher passiv ist. Frau kann daraus schliessen, dass aktive und prestigeträchtige Funktionen immer noch - bewusst oder unbewusst - mit männlichen Funktionsträgern in Verbindung gebracht werden.

In den Texten ist sehr oft nicht klar, ob ein Maskulinum nur auf Männer oder auch auf Frauen referiert. Wichtige Fragen, die die LeserInnen an den Text haben, bleiben somit unbeantwortet. Die Politik wird durch den fast durchgehenden Gebrauch des generischen Maskulinums als "Männersache" dargestellt, Frauen werden, auch wenn sie vorhanden sind, selten sichtbar gemacht.

Zudem wird auch mit geschlechtsspezifisch männlichen Wörtern wie Gründerväter der Gedanke an Männer evoziert.

Es ist festzuhalten, dass das generische Maskulinum oft nicht so gebraucht wird, dass klar ist, ob Frauen und Männer gemeint sind oder nur Männer. Dies ist bei jeder der drei untersuchten Zeitungen der Fall. Das generische Maskulinum kann somit nicht als geschlechtergerechte Lösung bezeichnet werden.

 

5 Empathiezentrum: Ist von Männern oder Menschen die Rede?

Das Empathiezentrum ist normalerweise nicht nur männlich oder weiblich, meistens stehen in einem Text mehrere Personen im Mittelpunkt, der Fokus kann auch wechseln. Tatsache ist aber, dass es in keinem der Texte ausschliesslich oder mehrheitlich um Frauen geht. In 20 Texten geht es um Personen verschiedenen oder unbekannten Geschlechts, während es in 16 Texten vorwiegend oder ausschliesslich um Männer geht (das heisst: Frauen kommen nur am Rande oder gar nicht vor). Im Blick ist sowohl bei den Inland- als auch bei den Auslandartikeln das Empathiezentrum vorwiegend oder ausschliesslich männlich. Bei TA und NZZ stehen bei den meisten Inlandartikeln Männer und Frauen im Empathiezentrum, nur einmal in der NZZ ist dieses männlich geprägt. In den Auslandartikeln stehen bei beiden Zeitungen gleich oft nur Männer wie Frauen und Männer im Mittelpunkt. In 14 Texten kommen Frauen nicht vor oder die LeserInnen werden im Unklaren gelassen, ob es im Text nur um Männer oder um Männer und Frauen geht.

Werden die Zitate untersucht,[8] so zitiert der Blick 14 Männer, zwei Frauen und eine Person (Mitglied) unbestimmten Geschlechts, der Tages-Anzeiger 13 Männer und fünf Frauen. Es werden sowohl mehr Experten als Expertinnen zitiert sowie mehr "gewöhnliche" Männer als Frauen. Zudem kommen die zitierten Männer häufig mehrmals zu Wort, wie zum Beispiel der jurassische Wirtschaftsminister Jean-François Roth, der im Bericht über den Jura ("Der Jura bricht zu neuen Ufern auf", TA,7.9.2000, S.2) gleich drei Mal zitiert wird. Die Frauen werden nie mehr als einmal zitiert. In den NZZ-Artikeln kommen keine Zitate vor.

Es ist als Folge unserer gesellschaftlichen Rollenverteilung verständlich - wenn auch nicht wünschenswert -, dass in politischen Berichten, vor allem, wenn sie die Situation im Ausland erläutern, Männer im Mittelpunkt stehen. Es ist aber nicht mehr entschuldbar, wenn dies in Berichten über normale "Durchschnittsmenschen" geschieht. Doch leider wird auch in solchen Artikeln der "Mensch aus dem Volk" immer wieder zum "Mann aus dem Volk". Zwei Beispiele aus dem TA sollen dies illustrieren:

Im ersten Artikel (TA, 7.7.2000: 2) geht es um die Probleme, die im algerischen Bürgerkrieg Vertriebene nach ihrer Rückkehr in ihr Dorf Ouled Allel zu bewältigen haben. Auf dem Bild zum Text sind eine Frau und Kinder zu sehen, doch Frauen sucht man/frau im Text vergeblich. Im Fokus stehen drei Männer, sie werden zitiert, und es wird beschrieben, wie sie den Bürgerkrieg erlebt haben. Dass diese Männer wahrscheinlich auch Frauen haben, kommt in folgenden Sätzen zum Ausdruck: "Er [Mohammed] zog mit seiner Familie zu einem Schwager" (ebd.) und "Auch Kamel war 1996 mit seiner Familie zu einem Cousin in einen Vorort Algiers geflohen."(ebd.). Von diesen Frauen, die offenbar auch geflohen sind, erfahren die LeserInnen mit keinem Wort, geschweige denn, wie sie den Krieg erlebt haben. Dafür erfahren wir, das Mohammed Söhne hat, denn er inspiziert "mit einem seiner Söhne den mit Bombenkratern übersäten Acker"(ebd.). Aber auch von Töchtern erfahren wir kein Wort. Der Blick auf den Krieg ist also ein männlicher Blick. Wie Frauen den Krieg erleben, scheint nicht wichtig zu sein.

Der zweite Artikel ("Wahlen sind weit weg von meinem Leben", TA, 7.11.2000, S.2) beschäftigt sich mit Personen, die an den US-Präsidentschaftswahlen nicht wählen. Zuerst werden über 63 Zeilen hinweg drei männliche Nichtwähler mit Vornamen und ihren Motive für die Wahlabstinenz vorgestellt. Zwei von ihnen werden auch ausführlich zitiert. Auf weiteren 7 Zeilen wird ein Rentnerpaar beschrieben, zwar ohne Namen, aber auch mit Zitat. Einer wahlabstinenten Studentin dagegen werden nur noch drei Zeilen gewidmet, ihr Name wird nicht genannt und ein Zitat von ihr wird in Klammern gesetzt. 66,5 Zeilen handeln also von (männlichen) Nichtwählern während nur 6,5 Zeilen für die Nichtwählerinnen reserviert sind.[9] Ob die Männer tatsächlich zehn Mal mehr interessieren als die Frauen?

Unabhängig davon, ob über männlich dominierte Politik geschrieben wird oder über eine "Alltagswelt", in der Frauen genau so häufig vorkommen wie Männer (statistisch gesehen sogar etwas häufiger), wird den Männern in den Zeitungen mehr Platz zugestanden als den Frauen. Während es Artikel gibt, die nur Männer im Fokus haben, scheint dies umgekehrt nicht möglich zu sein: Unter den 36 Artikeln meines Korpus' hat es keinen einzigen, in dem es nur um Frauen geht, in 16 jedoch geht es mehr oder weniger ausschliesslich um Männer. Im Inlandteil wird den Frauen etwas mehr Platz zugestanden als im Auslandteil, einzig der Blick bevorzugt männliche Empathiezentren sowohl bei Inland- wie bei Auslandartikeln.

 

6 Beschreibungen von Frauen: Faire Behandlung oder Stereotype?

Die nächste Frage, die sich stellt, ist: Wenn Frauen denn einmal vorkommen, wie werden sie beschrieben und von den Journalisten und Journalistinnen behandelt? In 14 Artikeln meines Korpus' werden Frauen fair, das heisst, gleich wie Männer, behandelt und beschrieben. In weiteren 14 kommen sie nicht vor, oder es bleibt offen, ob auch über Frauen geschrieben wird.

Über zwei Texte (TA 7.7.2000: 2 und TA 7.8.2000: 3) in denen der TA Frauen nicht gleich behandelt wie Männer, habe ich in Kapitel 4.3 schon geschrieben. Ausser in diesen zwei Fällen sind beim TA keine grossen Ungleichbehandlungen zu finden.

In der NZZ und im Blick werden die Ehefrauen der Männer, die im Artikel im Mittelpunkt stehen, nie mit vollem Namen genannt. Wahrscheinlich wird vorausgesetzt, dass die Frauen den Nachnamen des Ehemannes tragen (was heute auch nicht mehr selbstverständlich ist) und dieser somit bekannt und im Text überflüssig ist. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Name des Ehemannes auch von der ersten Erwähnung an bekannt ist, doch auf die Ehemänner dieser nachnamenlosen Frauen wird auch nach der ersten Erwähnung immer mit vollem Namen referiert.

Über den britischen Premierminister Tony Blair wird geschrieben, dass er in einem Anwaltsbüro "seine Karriere begonnen und als Kollegin seine Frau Cherie kennen gelernt hat." (NZZ, 7.12.2000: 1. Hervorhebung von mir, R.B.), weiter wird Cherie Blair nicht erwähnt. Die Ehefrau des US-Präsidentschaftskandidaten Gore wird im Text auch nur einmal genannt, und zwar als "Gattin Tipper" (NZZ, 7.11.2000:1).

Im Blick-Artikel über den neuen jugoslawischen Präsident Kostunica (Blick, 7.10.2000: 3) wird seine Frau Zorica Kostunica zweimal erwähnt, im ersten Fall ohne Namen: "Er [Kostunica] lebt zusammen mit seiner Frau in einer bescheidenen Wohnung in Belgrad" (ebd. Hervohebung von mir, R.B.). Im zweiten Fall erhält sie zwar ihren Vornamen zurück, muss sich aber mit zwei Katzen auf eine Stufe stellen lassen: "Vojislav Kostunica lebt zusammen mit seiner Ehefrau Zorica und zwei siamesischen Katzen in kinderloser Ehe in der Belgrader Innenstadt." (ebd. Hervorhebung von mir, R.B.). Da ist es ja wohl besser, ist die Ehe kinderlos geblieben... Zusammen werden sie (die Katzen sind wahrscheinlich nicht mitgemeint) zum "Präsidentenehepaar"(ebd.), obwohl Zorica Kostunica selber nicht Präsidentin ist: sie wird also einzig und allein über ihren Mann definiert. Kostunica scheint an dieser kinderlosen Ehe noch nicht genug zu haben, denn genüsslich zitiert der Blick eine jugoslawische Zeitung, wonach dieser "wie ein Hase" mit seinen Sekretärinnen "rammeln" soll (ebd.).

Der Blick ist die einzige der drei untersuchten Tageszeitungen, die auf relativ plumpe Art und Weise Geschlechtsstereotypen im Text transportiert. In "Bundesrat Schmid ganz privat" (Blick, 7.12.2000: 1) ist zwar "Samuel Schmid den Tränen nahe" (ebd.) (was nicht ganz stereotyp ist), doch Verena Schmid wird als "Ehefrau Vreni" (ebd.) bezeichnet, wobei hier der Diminutiv "Vreni" gänzlich fehl am Platz ist: Verena Schmid wird durch ihn neben ihrem Bundesratsgatten degradiert. Ausserdem "haucht" sie ihm ins Ohr "Viel Glück, Sämu" (ebd.). Dieser Hauch ist zwar vielleicht ein stilistisch gelungener Gegensatz zum "kalten Wind", der Schmid als Ogis Nachfolger "um die Ohren blasen" (ebd.) wird, er stellt jedoch Verena Schmid in stereotyper Weise als Frau dar, die es bevorzugt, Samuel Schmid diese Worte diskret ins Ohr zu hauchen, anstatt ihm kräftig auf die Schultern zu klopfen.

Im Artikel "Bub (2) aus Inselspital entführt" (Blick, 7.7.2000: 1f.) wird die Geschichte des vom Vater entführten Jungen ganz mit Blick auf Vater und Sohn erzählt. Beide werden mit Namen genannt. Wir erfahren auch, dass hinter der Entführung ein Familiendrama steckt, und genau dies ist die einzige Stelle im Text, wo die Mutter - ohne Namen - vorkommt: "Denn Mitte Juni hat sich die Mutter bei der Kinderschutzgruppe des Inselspitals gemeldet - die Anlaufstelle für gequälte Kinder, überforderte Eltern und andere Familienprobleme." (ebd.) Es zeichnet sich somit folgendes Bild: Die überforderte Mutter gibt das Kind weg, der Vater, der getrennt von der Mutter lebt, nützt sein Besuchsrecht aus und entführt das Kind. Dass von den Gefühlen der Mutter nichts geschrieben wird, obschon ein solches Ereignis bei einer Mutter wahrscheinlich sehr viel Schmerz auslöst, lässt sie als gefühllos dastehen. Zu Wort kommen nur männliche Angestellte des Insel-Spitals. Von einem Ereignis, das eine Tragödie im Leben einer Mutter sein muss, wird aus rein männlicher Sicht erzählt, die Mutter wird mitsamt ihren Gefühlen ausgeblendet.

In der NZZ sind Sexismen nicht ganz so markant wie im Blick, sie sind unterschwellig vorhanden und wurden wahrscheinlich nicht bewusst so niedergeschrieben. Ein unvorsichtig formulierter Satz der NZZ, nämlich "Eine [...] Umfrage der ‚New York Times' zeigte, dass Gores ursprüngliche Beliebtheit bei den Frauen praktisch nicht mehr existiert und dass er mehr Mühe hat, die Stammwähler seiner Partei zu mobilisieren als Bush." (NZZ, 7.11.2000: 1), suggeriert, dass Frauen nicht zu den Stammwählern gehören. Frauen werden so auf subtile Art und Weise ausgegrenzt: der Stammwähler ist eben nicht nur grammatisch männlichen Geschlechts, sondern er wird auch als eine Person mit natürlich männlichen Geschlecht empfunden. Der Prototyp des Menschen (hier des Stammwählers) ist männlich, die Frau wird im Text als Abweichung behandelt.

 

7 Sonstiges

In diesem Kapitel werden einige bemerkenswerte, zum Teil positive, zum Teil auch amüsante Beobachtungen aufgeführt, die nicht eigentlich in eines der vorhergehenden Kapitel passen.

Als erstes soll darauf hingewiesen werden, dass im NZZ-Inlandteil zweimal die Stellung der Frau angesprochen wird, jedoch nur sehr kurz. Einmal geschieht dies mit folgendem Satz: "Zur Akzeptanz der Doppelbürger - auch in der Schweiz - trugen insbesondere die Gleichberechtigung von Frau und Mann sowie die Zunahme national gemischter Ehen bei." (NZZ, 7.8.2000: 7), ein anderes Mal folgendermassen: "Auch der soziale Wandel, namentlich in Bezug auf die Stellung der Frau sowie den Familiennachzug von Ausländern, erfordert differenzierte Bildungsangebote" (NZZ, 7.9.2000: 13). Eine nähere Behandlung des Themas wird aber nicht geboten.

In den meisten Fällen, wenn auf eine Partei oder ähnliches mit einer Personenbezeichnung referiert wird, wird auf die Kongruenz geachtet: "Koalitionspartnerin FPÖ" (TA, 7.9.2000: 3), "die SVP als notorische EU-Gegnerin" (TA 7.11.2000: 8) oder "die SP als Bittstellerin" (NZZ, 7.12.2000: 13).

Ungewohnt, schon fast amüsant, mutet es an - doch es ist von weiblicher Seite aus zu begrüssen - wenn ein Mann, Lordkanzler Irvine, auf eine Art und Weise beschrieben wird, wie sonst vor allem Frauen beschrieben werden: nämlich "im Kniefall mit einem Griff in seine reich bestickte Handtasche" (NZZ, 7.12.2000: 1).

 

8 Fazit

In der Sprache spiegelt sich das Bild der Gesellschaft wider. Wenn sich nun das Bild einer frauenfeindlichen Gesellschaft darin widerspiegelt, dann sollte dieser Spiegel zerbrochen werden (vgl. Brändle u.a. 1986: 4f.). Da die Sprache nicht nur Vorstellungen wiedergibt, sondern auch Vorstellungen beeinflussen kann, brauchen wir eine geschlechtergerechte Sprache, in der Frauen nicht mehr unterdrückt werden, gerade auch in der Öffentlichkeit und in den Medien.

Von den drei untersuchten Zeitungen (Tages-Anzeiger, Blick und Neue Zürcher Zeitung) hat nur eine, nämlich der Tages-Anzeiger, Richtlinien aufgestellt, die eine diskriminierende Schreibweise verbieten. Ratgebende Literatur, die bei der Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache hilft, wird offensichtlich in keiner der Redaktionen verwendet, auch wenn die gegebenen Ratschläge gut auch auf Zeitungsredaktionen angewandt werden könnten.

Es sind Unterschiede festzustellen, sowohl zwischen Inland- und Auslandressorts als auch zwischen den drei Zeitungen. Allgemein kommen in den Inlandtexten mehr Frauen vor als in Auslandtexten, ausserdem sind in den Inlandtexten der grösste Teil der Personenbezeichnungen Institutions- und Kollektivausdrücke, während in den Auslandtexten das generische Maskulinum bevorzugt wird. Doppelformen kommen in den drei Zeitungen fast nie vor.

Der Blick ist von den drei Zeitungen im Sprachgebrauch am sexistischsten: Sowohl in Inland- wie auch in Auslandtexten wendet er bevorzugt das generische Maskulinum an (43,9%). In vielen Texten kommen keine Frauen vor, oft ist aber auch einfach nicht klar, ob mit dem generischen Maskulinum auch Frauen bezeichnet werden oder nur Männer. Zitiert werden grösstenteils Männer. Kommen Frauen vor, so werden diese häufig stereotyp behandelt, wie zum Beispiel Bundesrat Schmids "Ehefrau Vreni", die ihrem Gatten ins Ohr "haucht" (Blick, 7.12.2000: 1).

Die Neue Zürcher Zeitung stellt Frauen weniger stereotyp dar. Allerdings kommen auch bei ihr Frauen weitaus weniger vor als Männer, was aber wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grade mit der Tatsache zu erklären ist, dass die NZZ vor allem über politische Themen schreibt, und Frauen in der Politik leider immer noch untervertreten sind. Doch wo sie vorhanden sind, behandelt die NZZ sie ziemlich fair. Aber auch sie benutzt zu einem relativ grossen Teil (34,1%) das generische Maskulinum, und es ist lange nicht immer klar, ob auch über Frauen geschrieben wird, oder nur über Männer. Zum grössten Teil (51,5%) sind die Personenbezeichnungen in der NZZ jedoch Institutions- und Kollektivausdrücke.

Beim Tages-Anzeiger ist der Einfluss der internen Richtlinien teilweise zu spüren: so sind nur 26,4% der Personenbezeichnungen generische Maskulina, der grösste Teil sind Institutions- und Kollektivbezeichnungen. Auch kommen Frauen in den Texten etwas häufiger vor als in den anderen zwei Zeitungen und werden öfter zitiert als im Blick. Allerdings braucht der Tages-Anzeiger Ausdrücke wie Herr im Land (TA, 7.8.2000: 3) und Gründerväter (TA, 7.9.2000: 2), die meiner Meinung nach in einer geschlechtergerechten Sprache nicht mehr zulässig sind. Ausserdem finden sich unter den TA-Auslandtexten zwei (TA, 7.7.2000: 2 und TA, 7.11.2000: 2), in denen gewöhnliche Menschen "auf der Strasse" beschrieben werden, diese Menschen sich dann aber als (fast) durchwegs männlich herausstellen. Somit wird auch der Tages-Anzeiger seinen Richtlinien nicht immer gerecht.

Allen drei Zeitungen ist ausserdem gemein, dass Bezeichnungen für aktive Personen oder für Personen mit einer prestigeträchtigen Funktion eher generische Maskulina oder Institutions-/Kollektivbezeichnungen sind, während auf Personen mit tendenziell passiver Funktion eher mit geschlechtsneutralen und -abstrakten Bezeichnungen referiert wird.

Die Ehefrauen der im Mittelpunkt eines Textes stehenden Männer werden in keiner der drei Zeitungen mit vollem Namen genannt, entweder sind sie nur die Ehefrau oder Gattin, oder aber sie werden mit dem Vornamen bezeichnet.

Nach all diesen Beispielen ist zu sehen, dass zwar offensichtliche Sexismen grösstenteils von der Oberfläche verschwunden sind, dass aber sexistisches Denken im Unterbewusstsein weiterwirkt und sich in Zeitungstexten nach wie vor manifestiert. Es liegt nun an den Zeitungen, auf eine geschlechtergerechte Sprache hinzuarbeiten und so nach und nach ein Bild einer geschlechtergerechten Gesellschaft zu zeichnen, in der Frauen gleich oft vorhanden sind wie Männer, den gleichen Wert haben und gleich behandelt werden, anstatt durch den Gebrauch von generischen Maskulina und durch die suggerierte Gleichsetzung von Mensch und Mann ein Bild zu zeichnen, das der Aktualität hinterherhinkt.

 

Anmerkungen

1 Vgl. Brändle u.a. (1986:3). [zurück]

2 Obschon sowohl die Neue Zürich Zeitung als auch der Tages-Anzeiger einen Regionalteil der Stadt und Region Zürich haben, werden sie in der ganzen Deutschschweiz gelesen. [zurück]

3 Geschlechtsneutrale Ausdrücke wie Jugendliche, Studierende usw. sind substantivierte Adjektive oder Partizipien und nur im Plural geschlechtsneutral, im Singular kommt das Geschlecht zum Ausdruck. Geschlechtsabstrakte Ausdrücke wie Kind, Mitglied, usw. dagegen haben ein willkürliches grammatisches Geschlecht, das mit dem natürlichen Geschlecht nichts zu tun hat. (vgl. Albrecht u.a. 1996: 28f.). [zurück]

4 Das Leitbild ist einzusehen im Internet unter www.tagesanzeiger.ch/leitbild. In Kapitel 3 dieser Arbeit wird es näher vorgestellt. [zurück]

5 Das Leitbild des Tages-Anzeigers ist im Internet einsehbar unter: www.tagesanzeiger.ch/leitbild, vgl. auch Fussnote 3. [zurück]

6 Siehe Tabelle 1. [zurück]

7 Siehe auch Flückiger-Studer (1985:12f.) zur Berichterstattung mit militärischem Vokabular. [zurück]

8 Als Zitate werden hier nur Sätze oder Teilsätze in Anführungszeichen gezählt, nicht jedoch einzelne Wörter und Ausdrücke. [zurück]

9 Die 7 Zeilen des "Rentnerpaars" gehen je zur Hälfte an die Männer und an die Frauen. [zurück]

 

Literaturangaben

 

Zeitungen

Blick:

"Schulreise in den Tod" 7.7.2000, S.2

"Bub (2) aus Inselspital entführt" 7.7.2000, S.1f.

"Palästinenser opferte Leben für Israeli" 7.8.2000, S.2

"Prügel-Internat. Ex-Schüler erinnern sich mit Schrecken" 7.8.2000, S.1

"Krebs! Saddam Hussein todkrank?" 7.9.2000, S.11

"Pitbull-Halter muss vor Gericht" 7.9.2000, S.2

"Hoffnung hat einen Namen. Kostunica" 7.10.2000, S.3

"Schälli setzt seinen besten Mann ab" 7.10.2000, S.1f.

"Herbststurm fegte über Europa" 7.11.2000, S.3

"Der Schulschocker. 1000 Franken Busse für schlechte Eltern!" 7.11.2000, S.1f.

"George W.Bush. Schlappe vor Gericht" 7.12.2000, S.1

"Bundesrat Schmid ganz privat" 7.12.2000, S.1

 

Neue Zürcher Zeitung:

"Helmut Kohl erneut im Zeugenstand" 7.7.2000, S.1

"Bundesratsreise führt in drei Kantone", 7.7.2000, S.11

"Irans Presse darf den Maulkorb nicht ausziehen" 7.8.2000, S.1

"Prädikat ‚ungenügend' für das Modell Schweiz" 7.8.2000, S.7

"Auftakt zum Millenium-Gipfel in New York" 7.9.2000, S.1

"Die Berufsbildung wird erwachsen" 7.9.2000, S.13

"Die Serben auf dem Weg nach Europa?" 7./8.10.2000, S.1

"Sicherheit im Zwangskorsett?" 7./8.10.2000, S.13

"Knapper Umfrage-Vorsprung für Bush" 7.11.2000, S.1

"Herabsetzung der Strahlenbelastung verlangt" 7.11.2000, S.13

"Blair visiert Wahlen im Frühling an" 7.12.2000, S.1

"Samuel Schmid - lachender Ausgegrenzter" 7.12.2000, S.13

 

Tages-Anzeiger:

"Der schwierige Wiederaufbau im Todesdreieck" 7.7.2000, S.2

"Reform beschlossen" 7.7.2000, S.7

"Wieder Herr im Land" 7.8.2000, S.3

"Wo bleibt das versprochene Geld?" 7.8.2000, S.6

"Warten auf den Spruch der Weisen" 7.9.2000, S. 3

"Der Jura bricht zu neuen Ufern auf" 7.9.2000, S.2

"Milosevic akzeptiert Machtwechsel" 7.10.2000, S.1

"Krankenkasse bis Ende November wechseln" 7.10.2000, S.7

"Wahlen sind weit weg von meinem Leben" 7.11.2000, S. 2

"Aufruf zum Abheben" 7.11.2000, S.8

"Kampf den Rüppeln" 7.12.2000, S.10

"Favorit gewählt, Partei auf Distanz", 7.12.2000, S.1

 

Literatur

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 Linguistik online 11, 2/02

ISSN 1615-3014